Weil im Schönbuch beginnt offiziell mit dem Bau seines Bürgerhauses. Es ist das bislang größtes Infrastrukturprojekt in der Gemeindegeschichte.
Vor zahlreichen Beteiligten, Gemeinderäten sowie interessierten Bürgerinnen und Bürgern fand am Freitag der offizielle Spatenstich für das neue Weil im Schönbucher Bürgerhaus am örtlichen Feuerwehrsee statt.
„Es ist das bislang größte Infrastrukturprojekt in der Geschichte der Gemeinde“, erklärte Bürgermeister Wolfgang Lahl angesichts der prognostizierten Baukosten von gut 20 Millionen Euro. Er versprach zugleich: „Wir tun alles dafür, das Preisschild halten zu können.“
Neben dem Bürgerhaus entstehen seniorengerechte Wohnungen
Gebaut wird am früheren Standort des Feuerwehrhauses bereits seit dem vergangenem Jahr. Zum einen müssen Kanal-, Wasser-, Strom- und Telekommunikationsverbindungen erneuert oder überhaupt erst geschaffen werden. Zum anderen entstehen nur einen Steinwurf vom zukünftigen Standort des Bürgerhauses entfernt neue seniorengerechte Wohnungen der Stiftung Liebenau, die bereits direkt nebenan das Pflegeheim Haus Martinus betreibt.
Höhepunkt und Meilenstein zur Attraktivierung der Weil im Schönbucher Ortsmitte aber wird das neue Bürgerhaus. „Ich erwarte einen großen Mehrwert für alle Mitbürger, Klein und Groß“, sagte Wolfgang Lahl mit Hinweis auf die Bürgerbeteiligung und Einbeziehung der Vereine im Vorfeld. Sie sollen ja die Nutzer des neuen Gebäudes sein.
Das neue Haus sei Spielstätte für Kultur, Feste, Messen oder Sitzungen sind möglich, angefangen von 50 für bis zu maximal 750 Personen. „Wir schaffen Möglichkeiten und Chancen“, ist sich das Gemeindeoberhaupt angesichts von „Räumen mit viel positiver Wohlfühlatmosphäre“ sicher.
Dazu soll auch die nachhaltige Bauweise einen Teil leisten: Gebaut wurde mit viel Holz, auf fossile Brennstoffe verzichtet, die Zertifizierung mit dem QNG-Siegel (Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude) ist geplant. Wolfgang Lahls Dank ging an das Landratsamt Böblingen „für die unkomplizierte und zielgerichtete Zusammenarbeit“. Außerdem an das Land ohne dessen Förderung von rund 19 Prozent der Baukosten das Projekt so nicht möglich wäre. Ganz besonders dankte Lahl der Nachbarschaft, bei der der Schultes nach fairer Begleitung bereits in der Planungsphase um Verständnis für die Beeinträchtigungen während der Bauphasen warb.
Das Eiscafé soll so bald wie möglich zurückkehren
Ungeachtet dessen aber sollen lieb gewonnene Veranstaltungen wie das traditionelle Seenachtsfest Anfang August trotz Baustellen auch in diesem und den kommenden Jahren am Weil im Schönbucher Feuerwehrsee stattfinden können.
Dies erst recht, wenn voraussichtlich Ende 2027 alles – einschließlich der Außenflächen um den See – „mit sehr hoher Aufenthaltsqualität“ fertiggestellt sein wird. Mit dazu bei trägt dann mutmaßlich auch das derzeit auf den Marktplatz umgezogene beliebte Eiscafé, das so bald wie möglich an seinen gewohnten Standort zurückkehren soll.