Sozialbürgermeisterin Renate Schmetz erklärt, dass der Gemeinderat „Handlungsspielräume ausloten“ wird. Foto: Max Seidel

Nach Protesten von Jugendlichen und der linken Szene äußert sich die Stadtverwaltung zur Zukunft der Mobilen Jugendarbeit. Der Wille scheint da, das Geld jedoch nicht.

Kaum ein Thema bewegt junge Ludwigsburgerinnen und Ludwigsburger in diesem Sommer so sehr wie die Zukunft der Mobilen Jugendarbeit (MJA). Deren Fortbestand ist ungewiss: Der Landkreis will das Angebot nicht länger bezahlen – die Stadt soll einspringen. Begründung: Von der MJA profitiere vor allem Ludwigsburg.

 

Doch auch die Stadt steckt im Sparmodus. Im Rahmen des Projekts WIN-LB werden gerade viele Ausgaben kritisch geprüft, und zusätzliche 250.000 Euro sind kaum vorstellbar. Entsprechend groß ist die Sorge, dass die Mobile Jugendarbeit massiv zusammengestrichen oder ganz eingestellt wird. Vor allem Jugendliche und die linke Szene schlagen Alarm und haben dafür die Protestbewegung „MJA unkürzbar“ gegründet.

Erwartungshaltung an die Stadt gerechtfertigt?

Bislang war von Stadtverwaltung und Gemeinderat wenig zu hören. Einige Stadträte haben das Angebot bereits als zu teuer und nicht finanzierbar bezeichnet. Nun hat sich die Stadtverwaltung geäußert: Sie zeigt zwar Gesprächsbereitschaft, setzt aber auch klare Grenzen.

Die öffentliche Erwartungshaltung an die Stadt Ludwigsburg, die Aufgaben des Landkreises als Träger der Mobilen Jugendarbeit zu übernehmen, sei nicht gerechtfertigt, heißt es in einer Pressemitteilung der Stadt. Ludwigsburg biete mit Jugendcafés und Jugendtreffs bereits eigene Räume für junge Menschen an – die Mobile Jugendarbeit sei bisher weder Teil des städtischen Profils noch ihrer Zuständigkeit.

Die Protestbewegung hat Sticker in der ganzen Stadt geklebt. Foto: Maximilian Seidel

Gemeinderat soll entscheiden

Gleichzeitig betont Sozialbürgermeisterin Renate Schmetz die Bedeutung der MJA als Ergänzung zur städtischen Jugendarbeit: „Wir erkennen jedoch die Bedeutung eines tragfähigen Angebots mobiler Jugendarbeit als Ergänzung der kommunalen Jugendförderung an.“ Im Herbst werde die Stadtspitze mit dem Gemeinderat über das Thema beraten und „Handlungsspielräume ausloten“. Die Stadt wolle im „Rahmen ihrer Möglichkeiten“ zu den Angeboten für die Jugend beitragen, „sofern hierfür zusätzliche Mittel im städtischen Haushalt zur Verfügung stehen“.

Dass angesichts der Haushaltsprobleme eine Mehrheit für die Weiterführung des gesamten MJA-Programms findet, ist fraglich. Sollte sich der Gemeinderat dennoch für eine Unterstützung entscheiden, stellt die Stadt ein Übergangsmanagement mit dem Kreisjugendamt in Aussicht – damit Jugendlichen möglichst ohne große Lücken ein Angebot gemacht werden kann.