Beliebtes Motiv: die Manhattan-Bridge von Dumbo (Brooklyn) aus fotografiert. Foto: Ricarda Stiller

Viele Teenager träumen von einer Reise in die US-Metropole. Doch wie kommt man möglichst günstig durch den Tag? Welche Attraktionen sind sogar kostenlos? Was ist erlaubt, was nicht? Damit der Städtetrip gelingt und man nicht ein Vermögen ausgibt, bedarf es guter Vorbereitung.

Urlaubsplanung mit Teenies: „Wie wäre es mit Rom?“ – „Nee. Zu viele Kirchen.“ – „Vielleicht Paris?“ – „Joa, aber nur, wenn wir in kein Museum müssen.“ – „Okay, ich hab’s: London!“ – „Im Prinzip cool. Aber: der Brexit, das Essen.“ – „Letzter Versuch: New York?“ – „OMG! Yesss! Wann? Wie lang? Wie coooool!!! Ihr seid die Besten!“ Kein Widerspruch, nur Begeisterung.

 

Kreativität und Recherche sind gefragt

Die Planung beginnt sofort auf den Smartphones, noch bevor Flug und Unterkunft gebucht sind. Und die Eltern fangen an zu rechnen. Das Hauptthema der kommenden Wochen: Ist das alles wirklich so teuer? Kann das sein? Letztes Mal hat der Eintritt aufs Empire State Building doch noch 3,50 Dollar gekostet, die Eintrittskarte klebt im Fotoalbum – okay, es ist knapp 30 Jahre her. Nun sind also Kreativität und umfassende Recherche gefragt, um zu viert nicht die Summe eines Mittelklassewagens für eine Woche in New York City auszugeben.

Obwohl die Interessen von Jugendlichen und Eltern nicht sonderlich kompatibel sind, für New York lassen sich erstaunlich viele Schnittstellen finden. Dass mindestens eine Aussichtsplattform auf dem Programm stehen muss, darüber ist man sich schnell einig. Eine Bootsfahrt rund um Manhattan oder mit dem Schiff zur Freiheitsstatue sowie der Besuch wenigstens eines der weltberühmten Museen wie das Guggenheim oder das MoMA (Museum of Modern Art) gehören zum festen Programm.

Besuch einer Aussichtsplattform bei Sonnenuntergang kostet extra

Doch die Eintrittspreise sind happig. Und wer beispielsweise bei Sonnenuntergang von einem Wolkenkratzer auf Manhattan herabschauen möchte, wird dafür meist zusätzlich zur Kasse gebeten. Sparen kann man beim Eintrittspreis jedoch mit dem Citypass für New York. Es gibt verschiedene Anbieter, die Vergünstigungen auf Eintrittspreise anbieten. Der Citypass bietet faire Preise und eine individuelle Auswahl der Attraktionen an. Das beste Preis-Leistungs-Verhältnis bekommt man für fünf Attraktionen. Kinder bis einschließlich 17 Jahren erhalten eine Ermäßigung auf den Pass. Bei dem neuen C3-Pass für die Auswahl von drei Sehenswürdigkeiten bezahlen Kinder ab 13 Jahren den Erwachsenenpreis. Dieser bietet sich jedoch für diejenigen an, die nur wenig Zeit in New York haben.

In manchen Museen zahlen Kinder unter 16 Jahren keinen Eintritt

Nicht alle Kinder und Jugendlichen lassen sich für Museen begeistern. Umso ärgerlicher ist es dann, wenn der Eintritt für eine vierköpfige Familie gleich 100 Dollar kostet, wie etwa im Guggenheim-Museum. Im MoMA ist der Eintritt bis einschließlich 16 Jahren hingegen kostenfrei. Andere Museen bieten einen „Pay what you wish“-Tag an.

Die Zeitfenster müssen indes vorher online gebucht werden. Das Whitney Museum kann man für einen Dollar, das New Museum für zwei Dollar als Mindesteintrittspreis besuchen. Wenn die Teenies sich lediglich für das freie WLAN, den Museumsshop oder die Aussicht von den Terrassen interessieren, belastet es zumindest nicht die Urlaubskasse.

Flöhmärkte und Secondhand-Shops

Zwischen dem Besuch von Sehenswürdigkeiten kann man mit dem Nachwuchs in zum Teil außergewöhnlich günstigen und gut sortierten Secondhand-Shops stöbern gehen, am Wochenende bieten sich die Flohmärkte in Brooklyn und Williamsburg an.

Für viele New-York-Touristen ist der Besuch eines Musicals am Broadway ein absolutes Muss. Tatsächlich ist die Auswahl an Darbietungen immens und auch kleinere Produktionen sind von höchster Qualität. Sehr beliebt und empfehlenswert für die gesamte Familie ist beispielsweise „Funny Girl“, aber auch „Moulin Rouge“, „Chicago“ oder „Beetlejuice“. Oft ausgebucht sind Dauerbrenner wie „Hamilton“ oder „The Music Man“ mit Hugh Jackman in der Hauptrolle.

Lotterie für Musical-Tickets

Für Musicals mit Starbesetzung gibt es kaum Karten unter 99 Dollar. In den vorderen Reihen steigen die Preise auf 199 Dollar und mehr. Es gibt jedoch verschiedene Möglichkeiten, ein Musical einigermaßen bezahlbar zu besuchen. Beispielsweise bei der Plattform Lucky Seat werden in einer Art Lotterie Tickets für rund 50 Dollar verlost. Man registriert sich ganz einfach, wählt das Musical und Datum aus – mit viel Glück bekommt man Top-Plätze zum Schnäppchenpreis. Die Registrierung ist kostenlos und man ist nach der Auslosung nicht zum Kauf verpflichtet.

Und was macht man abends mit den Teenies? Auch in der Stadt, die angeblich niemals schläft, gibt’s einiges, was man mit Jugendlichen unter 21 Jahren nicht darf. Hat man einen Platz in einer Kneipe gefunden und möchte ein Getränk bestellen, heißt es: „Sorry, nicht unter 21.“

Auch wenn man nur ein Wasser bestellen möchte, in Bars und Clubs wird man direkt an der Tür abgewiesen. Roof-Top-Bars sind sogar tagsüber tabu. Es gibt nur wenige Ausnahmen. Selbst im eigenen Hotel kann es bei der Roof-Top-Bar heißen: Kinder müssen leider draußen bleiben.

Nicht alles ist erlaubt

Umso erstaunlicher, dass ein Besuch im legendären Jazz-Club Blue Note in Greenwich Village möglich ist. Aber nur am reservierten Tisch dürfen Kids in Begleitung ihrer Eltern einem Jazzkonzert lauschen. An der Bar oder bei einem Stehplatz heißt es wieder: „Sorry . . .“

Info

Anreise
Mit Lufthansa (www.lufthansa.com) oder Delta (www.delta.com) nach New York JFK Airport.

Unterkunft
Einfach, geräumig und günstig sind die Apartments Off Soho Suites in der Lower East Side. Preis pro Nacht für vier Personen circa 200 Dollar, www.offsoho.com. Für Reisende mit wenig Gepäck sind die schicken Pod-Hotels für etwa 120 Dollar (120 Euro) pro Nacht und pro Doppelzimmer geeignet, www.thepodhotel.com. Ein schönes Hotel am Rande von Greenwich Village ist das Walker Hotel in der 13ten Straße. DZ für bis zu vier Personen ab 200 Dollar (183 Euro) pro Nacht, www.walkerhotels.com.

Aktivitäten
Insider-Tipp: Die Ausstellung über den Künstler Jean-Michel Basquiat, https://kingpleasure.basquiat.com .Günstig: Mit der Gondel über den East River nach Roosevelt Island – mit einem ganz normalen Metro-Ticket. Wer mit seinem Smartphone auf mobile Daten nicht verzichten will, nutzt eine US-SIM-Karte, die per Post nach Hause geschickt wird, www.simlystore.com.