In der Hauptschulabschlussklasse (HASA) kann der Abschluss nachgeholt werden Foto: /Simon Granville/Archiv

Die Kreisräte nicken eine Sparmaßnahme im Landkreis Böblingen ab: Für die Hauptschulabschlussklasse finanziert der Kreis keinen Grundkurs mehr.

Der Weg zum nachträglichen Hauptschulabschluss im Kreis Böblingen ist künftig erschwert. In seiner letzten Sitzung des Jahres beschloss der Böblinger Kreistag, den Grundkurs der Hauptschulabschlussklasse (Hasa) nicht weiter zu finanzieren. Die Kreiskasse soll dadurch um 47 800 Euro jährlich entlastet werden. Doch für die Hasa ist die Entscheidung ein Schlag ins Kontor.

 

Sie ermöglicht seit 1980 in Sindelfingen vielen Jugendlichen und Erwachsenen den nachträglichen Erwerb des Hauptschulabschlusses – ein erfolgreiches Modell in Trägerschaft des Landkreises.

Initiative der Freien Wähler

Aufgrund der angespannten Haushaltslage beantragten die Freien Wähler zunächst, die Förderung von 300 000 Euro im Jahr auf die Hälfte zusammenzustreichen. Dies wurde von der Verwaltung in abgemilderter Form aufgenommen mit dem Vorschlag, nur den Grundkurs zu streichen. Dafür fand sich im Gremium eine bürgerliche Mehrheit. Der Vorstand des Hasa-Fördervereins bedauert diese Entscheidung sehr: „Dies ist aus Sicht des Fördervereins mehr als bedauerlich und mit Blick auf die Arbeitsmarkt-Integration kurzsichtig.“

Grundkurs wichtig für Basis-Kenntnisse

Vorsitzender des Vereins ist Wolfgang Trede, der 20 Jahre lang Leiter des Landkreis-Jugendamts war, ehe er im Sommer 2022 in den Ruhestand ging. Der Grundkurs habe sich laut Trede anno 2015 gebildet, da man erkannt hatte, dass vielen nach Deutschland geflüchteten jungen Menschen zunächst basale Deutsch- und Mathekenntnisse vermittelt werden müssten. Bisher hätten die Kurs-Teilnehmer eine hohe Erfolgsquote, den Abschluss auf diesem Weg nachzuholen.