Bei einer Protestaktion im Vorfeld der Gemeinderatssitzung wurden zahlreiche leere Stühle vor dem alten Rathaus aufgebaut, um die geplanten Stellenstreichungen zu kritisieren. Foto: Johannes M. Fischer

Die Einnahmen aus der Gewerbesteuer sind in Esslingen dramatisch gesunken, die wirtschaftliche Lage gilt als schwierig. Nun kündigte die Stadt einen strikten Sparkurs an.

Bereits im Herbst 2025 kündigte die Stadt Esslingen an, aufgrund der schwierigen wirtschaftlichen Lage und der stark abnehmenden Einnahmen in der Stadtverwaltung Stellen im dreistelligen Bereich einzusparen. Seit Montag gibt es nun zahlreiche weitere konkrete Vorschläge, wie die Sach- und Personalkosten drastisch reduziert werden sollen. Außerdem sollen die Steuern erhöht werden.

 

Es ist zu erwarten, dass die Maßnahmen in den kommenden Wochen zu heftigen Diskussionen führen werden.

Esslingen: 30 Millionen Euro sollen eingespart werden

Spätestens Ende Juli sollen diese Diskussionen aber enden, denn dann will die Stadt noch vor der Sommerpause die Maßnahmen vom Gemeinderat genehmigt bekommen. Gelingt das nicht, „machen wir nach der Sommerpause weiter“, so Finanzdezernent und Erster Bürgermeister Ingo Rust. Allerdings mit der Konsequenz, dass noch mehr gespart werden müsse, weil in diesem Fall auch Einnahmen in Höhe von rund zehn Millionen Euro fehlten.

Barbara Siegel-Schwilk (links) und Doro Blessing protestieren gegen den geplanten Stellenabbau im Rathaus. Foto: Johannes M. Fischer

Insgesamt geht es darum, rund 40 Millionen Euro im Haushalt zu finden, die bis 2029 eingespart werden sollen. Genauer: 30 Millionen Euro sollen eingespart werden, zehn Millionen Euro mehr eingenommen werden, unter anderem durch die Erhöhung der Grund- und der Gewerbesteuern. Oberbürgermeister Matthias Klopfer: „Die dramatisch gesunkenen Einnahmen aus der Gewerbesteuer aufgrund der anhaltenden schlechten wirtschaftlichen Lage zwingen uns zu dieser finanziellen Zeitenwende der Esslinger Stadtfinanzen.“

Insgesamt gibt es 103 Sparmaßnahmen, die die Verwaltung am Montagnachmittag den Gemeinderäten vorstellte. Etwas kleinteiliger betrachtet sind es sogar 700 Maßnahmen. Einige werden nicht unmittelbar und sofort spürbar sein für die Bürgerschaft, andere schon – unter anderem bei Erhaltungsmaßnahmen von stadteigenen Straßen, Wegen und Plätzen. Im Gespräch ist auch der Wegfall des Stadttickets, das nach heftigen Diskussionen Ende 2025 erst wieder eingeführt worden war.