Iris Fahle war begeistert, als sie erfuhr, dass die Familienbildungsstätte Waiblingen eine neue Leitung braucht. Sie bekam den Job – und hat nun viele Herausforderungen vor sich.
In ihrem ersten Leben war Iris Fahle Krankenschwester. Im zweiten Sozialarbeiterin. Vor Kurzem hat nun quasi ihr drittes Leben begonnen: Seit April leitet die 58-Jährige, die sich im Landkreis Göppingen viele Jahre um Themen wie Gesundheitsförderung, Teilhabe und Chancengleichheit gekümmert hat, die Familienbildungsstätte (FBS) Waiblingen. Ein Job, der viele Herausforderungen mit sich bringt – auch angesichts der insgesamt zunehmend schlecht gefüllten Kassen. Denn die FBS ist auf Zuschüsse der Stadt Waiblingen, des Landes und des Landkreises sowie auf kirchliche Mittel angewiesen.
So hat Iris Fahles Neueinstieg gleich mit einer Konsolidierungsmaßnahme begonnen: Stellenanteile für die Fachbereiche wurden gekürzt. Für die Leitung und Geschäftsführung der Familienbildungsstätte ist nun eine 75-Prozent-Stelle vorgesehen, die restlichen 25 Prozent investiert Iris Fahle in die Betreuung und Organisation von Kursen zu Themen wie Lebensgestaltung, Recht und Finanzen, Ernährung, Kreativität und Eltern-Kind-Exkursionen. Ein Fachbereich, den zuvor die langjährige stellvertretende Leiterin Bärbel Beurer betreut hat, die seit Ende März im Ruhestand ist.
„Die erste große Herausforderung war es, mit den Kolleginnen ein neues Programm zu gestalten, das vielseitig, attraktiv und ausgewogen ist“, sagt die neue FBS-Leiterin. Das Programm für das Herbstsemester – zeitweise war es in den Vorjahren nur digital verfügbar – ist nicht nur auf der Internetseite zu finden, sondern liegt auch wieder als gedrucktes Heft aus. Digitales Zeitalter hin oder her, sagt die Fachbereichsleiterin Carolin Burkert-Born: „Viele schätzen es, durch das Heft zu blättern. Wir hoffen, dass wir so noch mehr auf unser Programm und unsere Vielfältigkeit aufmerksam machen können.“
Familienbildungsstätte bietet Kurse für Eltern und Kinder
Insgesamt gilt es für Iris Fahle und ihr Team abzuklären, welche Kurse und Angebote die Familienbildungsstätte Waiblingen, die in diesem Jahr ihren 55. Geburtstag feiert, weiterhin anbieten will und kann – und welche nicht. „Wir müssen schauen, an welchen Stellschrauben wir drehen.“ Ganz oben auf der Liste der unbedingt erhaltenswerten Angebote stehen für das FBS-Team insbesondere niederschwellige, offene Angebote, die Eltern kostenfrei nutzen können.
Dazu gehört die Familien-Sprechstunde, in der die Sozialpädagogin und dreifache Mutter Stefanie Walter Mütter und Väter zu allerlei Fragen rund um Kinder berät.
Oder auch der „Milch-Schnack“ rund ums Thema Stillen, der Brunch für alleinerziehende Frauen oder das offene Kinderzimmer, in dem Eltern ihre Kinder zwischen 0 und drei Jahren an Dienstagvormittagen kostenlos betreuen lassen können, um Besorgungen zu machen oder einfach mal Zeit für sich zu haben. „Der Bedarf ist hier immens, diese Angebote werden gut angenommen“, sagt Iris Fahle. Ebenfalls beliebt sind alle Kurse, in denen Eltern mit ihren Kindern intensiv Zeit verbringen und wertvolle Erlebnisse haben können. Sei es in der Naturspielgruppe oder beim neuen Angebot „Spielzeit & Tanzzauber“ oder beim Angebot Las Tortuguitas, einer Spielgruppe auf Spanisch für Eltern und Kinder im Alter von ein bis drei Jahren.
Für Mamas und Geschwister in spe gibt es im Herbstsemester erstmals einen „Geschwisterkurs“, der werdende Brüder und Schwestern spielerisch auf das neue Familienmitglied vorbereitet.
Info Das neue FBS-Programm findet man im Internet unter: www.fbs-waiblingen.de.