Spargelbauer Phillip Bauerle erklärt, warum die Preise im Laufe der Saison gesunken sind. Foto: imago images/Shotshop

Die Spargelpreise haben sich im Laufe der Saison spürbar verändert. Warum Verbraucher inzwischen deutlich weniger bezahlen müssen als noch im März.

„Wir haben für jeden etwas da, auch für den kleinen Geldbeutel. Man muss nicht unbedingt Spargel der ersten Klasse kaufen“, sagt Phillip Bauerle. Er arbeitet seit mehr als zehn Jahren im landwirtschaftlichen Betrieb seiner Eltern in Fellbach (Rems-Murr-Kreis) und kennt die Diskussionen um hohe Spargelpreise.

 

Dass Spargel als teuer gilt, kommt jedoch nicht von ungefähr. Gerade zu Beginn der Saison mussten Verbraucher teils tief in die Tasche greifen: Im März kostete weißer Spargel der ersten Klasse bei Bauerle noch 21,80 Euro pro Kilogramm. Inzwischen sind die Preise jedoch deutlich gesunken. Aktuell kostet das gleiche Produkt nur noch 15,80 Euro pro Kilogramm. Das ist der selbe Preis wie im vergangenen Jahr zur gleichen Zeit.

Warum die Spargelpreise jetzt sinken

Dass die Preise im Laufe der Saison sinken würden, hat Phillip Bauerle schon früh prognostiziert. Der Produzent beobachtet diese Entwicklung seit Jahren. Teilweise ist das Gemüse sogar günstiger als im Jahr 2025. Kurz gestochener Spargel kostet derzeit 6,50 Euro pro Kilogramm – im Vorjahr waren es noch 7,90 Euro. Auch Grünspargel ist billiger geworden: Aktuell werden für 500 Gramm 6,50 Euro verlangt, im vergangenen Jahr waren es 7,90 Euro.

Auf dem Schmidener Feld in Fellbach wird Spargel gestochen (Archivbild). Foto: Gottfried Stoppel

„Das liegt an dem Wetter, das wir aktuell haben. Das ist für Spargel optimal“, erklärt Phillip Bauerle. Viele Sonnenstunden sorgen dafür, dass die Spargelstangen schneller wachsen und größere Mengen geerntet werden können. Das steigende Angebot führt wiederum dazu, dass die Preise sinken.

Steigende Erntemengen drücken die Spargelpreise

„Im Südwesten Deutschlands hat die Spargelsaison aufgrund der milden Temperaturen teils früher begonnen als üblich“, sagt Claudio Gläßer. Er ist Marktanalyst bei der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI) und beobachtet die Entwicklungen auf dem deutschen Spargelmarkt.

Im Nordosten Deutschlands habe sich die Ernte dagegen infolge der langanhaltend niedrigen Temperaturen verzögert. Insgesamt seien die Erntemengen deshalb zunächst nur langsam gestiegen, wodurch die Preise über längere Zeit vergleichsweise stabil geblieben seien.

Erst mit den steigenden Temperaturen und der stärkeren Sonneneinstrahlung ab Anfang Mai nahm das Angebot deutlich zu. In der Folge sanken auch die Preise spürbar. Diese Entwicklung zeigt sich nun auch im Rems-Murr-Kreis.

„Der Kostendruck wird für uns immer extremer“

Die Nachfrage nach Spargel bewegte sich laut dem Experten in der laufenden Saison insgesamt auf einem meist zufriedenstellenden Niveau. Aufgrund der gestiegenen Produktionskosten stünden jedoch viele Erzeuger vor großen Herausforderungen.

Dabei fallen laut Gläßer vor allem die Personalkosten ins Gewicht – sie sind infolge des gestiegenen Mindestlohns auf 13,90 Euro brutto pro Stunde höher als zuvor. Seit dem Rekordjahr 2018 seien deshalb immer mehr Betriebe aus dem Spargelanbau ausgestiegen. Gleichzeitig gehe auch die Spargelanbaufläche in Deutschland zurück.

„Der Kostendruck wird für uns immer extremer“, bestätigt Phillip Bauerle. Die steigenden Ausgaben müssten auf das Produkt umgelegt werden – und das wirkt sich auf die Preise aus.