Der 80-jährige Senator Lugar hat immer wieder über die Parteigrenzen hinweg mit den Demokraten zusammengearbeitet. Foto: Spang

Rechter Flügel der Republikaner stürzte bei Vorwahlen in Indiana den moderaten Senator Lugar.

Die Radikalisierung der Republikanischen Partei schreitet weiter voran. Der rechte Flügel der Partei stürzte bei den Vorwahlen in Indiana den moderaten Senator Richard “Dick” Lugar, der den Staat im Mittleren Westen seit sechs Legislaturperioden im US-Senat vertritt. Ein Gentleman und Konservativer der alten Schule, der sich als Außenpolitiker mit Augenmaß einen Namen gemacht hatte.

Sein Fehler? Der 80-jährige Senator hat immer wieder über die Parteigrenzen hinweg mit den Demokraten zusammengearbeitet. Unter anderen auch mit Barack Obama. Die beiden setzten sich damals im Senat zusammen für die Kontrolle der losen Nuklearbestände in den Nachfolgestaaten der ehemaligen Sowjetunion ein.

Millionen für den Herausforderer ausgegeben

Lugar unterlag mit deutlichem Abstand gegen Richard E. Mourdock. Der Finanzminister des Bundesstaates gilt als Vertreter der reinen “Tea-Party”-Lehre und konnte sich auf Unterstützung des rechtspopulistischen Bündnisses verlassen. Auch die Waffennarren der “National Riffle Association” sahen eine Chance, einen unbequemen Politiker loszuwerden und gaben Millionen für Lugars Herausforderer aus.

Der Verlierer ist der siebte moderate Republikaner, der dem ideologischen Reinigungsprozess des rechten Flügels im Senat zum Opfer gefallen ist. Damit findet sich bald niemand mehr auf Seiten der US-Konservativen, der das Format hat, die Tradition der überparteilichen Zusammenarbeit in der altehrwürdigen Kammer fortzusetzen.

Freiwillig scheidet im Herbst auch Olympia Snowe aus Maine aus, die zu den wenigen Senatoren gehört, die mit den Demokraten von Zeit zu Zeit zusammenarbeiten.

Die drei Vorwahlen für die Nominierung des republikanischen Präsidentschaftskandidaten in mehreren Bundesstaaten waren am Dienstag nur noch eine Formsache, da Mitt Romney ohne Gegenkandidaten antrat. Er holte erwartungsgemäß die Mehrheiten in North Carolina, Indiana und West Virginia.

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