Die Spekulationen schießen ins Kraut. Läuft sich Jeb Bush warm für einen späten Einstieg in die republikanischen Vorwahlen? Oder hält er sich als “Weißer Ritter” bei einem Parteitag ohne Kandidaten mit eigener Mehrheit die Nominierung an sich zu reißen? Foto: Spang

Sohn des Ex-Präsidenten äußert sein Unbehagen über das republikanische Bewerberfeld.

Die Spekulationen über einen Retter, der die Republikaner aus ihrem Vorwahl-Elend befreit, haben nach Auszählung aller Stimmen in Michigan neue Nahrung erhalten. Demnach bleibt es zwar bei dem hauchdünnen Vorsprung Romneys über Santorum bei der absoluten Zahl der Stimmen. Bei der Verteilung der Delegierten muss sich Mitt in seinem Geburtsstaat jedoch mit einem 15 zu 15 Patt zufrieden geben.

So gesehen bedeutet der Ausgang der Vorwahlen in Michigan ein Unentschieden. Nicht genug für Romeny, seine Skeptiker zu überzeugen und schon gar nicht ausreichend, die Kritiker zum Schweigen zu bringen.

Kein Wunder das alle “konservative” Welt aufhorchte, als “Dubya’s” kluger Bruder Jeb auf FOX sein Unbehagen über das republikanische Bewerberfeld öffentlich kundtat.

Warnung vor unreflektierter Latino-Hetze

Seitdem schießen die Spekulationen ins Kraut. Läuft sich Jeb Bush warm für einen späten Einstieg in die republikanischen Vorwahlen? Oder hält er sich als “Weißer Ritter” bei einem Parteitag ohne Kandidaten mit eigener Mehrheit die Nominierung an sich zu reißen? Vielleicht aber ist es auch nur ein Versuch, sich für 2016 im Gespräch zu halten.

“Ich dachte immer, ich sei ein Konservativer,” meine der ehemalige Gouverneur von Florida zu dem weit nach rechts gerückten Kandidatenfeld. “Ich glaube nicht, dass ich mich so sehr verändert habe. Aber es ist schon beunruhigend zu sehen, das Leute an die Ängste und Emotionen appellieren, statt zu versuchen den Horizont zu erweitern.”

Treffer, versenkt. Bush, der weder Romney noch Santorum oder Gingrich unterstützt, warnte vor allem vor unreflektierter Latino-Hetze. Dies helfe der Partei nicht, Mehrheiten zu gewinnen, meint der Mann, der selber mit einer Latina verheiratete ist und fließend Spanisch spricht.

"Leider tritt er nicht an"

Viele seiner treuen Verbündeten in der Partei werteten den Vorstoß als ungewöhnlich für einen Politiker, der bisher jeder Versuchung widerstand, seinen Hut in den Ring zu werfen. “Er wäre der perfekte Kandidat”, findet auch Andy Card, der für Bruder George W. das Weiße Haus organisierte. “Leider tritt er nicht an”.

Das glaubte bisher auch die republikanische Strategin Ana Navarro, die mit Jeb befreundet ist. “Er hat ein nationales Netzwerk an Unterstützen, die er mit einem Fingerschnipp aktivieren kann.”

Team Obama verfolgt die Spekulationen mit einiger Sorge. “Trotz seines Nachnamens wäre Bush ein schwieriger Gegner”, räumt ein Mitarbeiter gegenüber “Politico” ein. Schließlich hat Jeb Appeal bei klassischen Mittelklasse-Wählern und denLatinos.

Selbst wenn er eine Kandidatur noch ausschließt, heißt das nicht, dass es so bleiben muss. Zumal wenn nach dem Super-Dienstag kommende Woche die große Ratlosigkeit ausbricht, weil kein Kandidat ein klares Mandat erhielte. Dann könnte der Ruf nach “Jeb for President” noch lauter werden.

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