Ringen um die eigene Geschichte: Aborigines in Australien Foto: dpa

Gebeine australischer Ureinwohner aus Raubgrabungen und Verkäufen lagern auch in Sammlungen des Landes. Jetzt will die Koalition nach Informationen unserer Zeitung zehn Aborigines-Schädel zurückgeben.

Stuttgart - Mitte April will das Land Baden-Württemberg nach Informationen unserer Zeitung in einer feier­lichen Zeremonie zehn Schädel indigener Australier an Vertreter der Aborigines ­zurückgeben.

Schädel wurden auch für „Rassen“-Forschungen benutzt

Erstmals 2007 war das Land mit einer ­Anfrage aus Australien befasst. In mehrjährigen Untersuchungen konnten acht Schädel aus der um 1860 ­begründeten Sammlung Ecker der Universität Freiburg sowie zwei Schädel aus dem Lindenmuseum in Stuttgart indigenen Australiern zugewiesen werden. Die Schädel waren schon im 19. Jahrhundert Teil von „Rassen“-Forschungen.

Ministerrat entscheidet

Die Rückgabe wird durch den Verwaltungsrat des von Stadt und Land getragenen Lindenmuseums befürwortet. An diesem Dienstag steht das Thema auf der Tagesordnung des Minsterrates. Eine vorherige ­Stellungnahme lehnte das zuständige ­Wissenschaftsministerium ab.

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