Mit dem Holzzug können Kinder eine Weltreise machen. Foto: Bernd Zeyer

In unserer Serie über zehn Jahre Soziale Stadt Rot geht es heute um die Spielfläche in der Rotweganlage.

Rot - Auch der Nachwuchs aus Rot profitiert von der Sozialen Stadt. Neben Bolzplätzen standen dabei auch Spielplätze auf der Sanierungsliste. Insgesamt 264 000 Euro sind in die Spielfläche in der Rotweganlage geflossen, 149 000 davon waren Fördergelder. Eingeweiht worden war der Platz im Juni 2005.

„Hier wurde nicht nur Erde bewegt“, hatte Baubürgermeister Matthias Hahn einmal über das Spielplatz-Vorhaben gesagt. In der Tat ist in der Rotweganlage eine ganze Menge mehr in Bewegung gekommen. Trist, traurig und langweilig, so lässt sich die Situation vor dem Spatenstich im November 2004 beschreiben. Nur selten waren vor dem Umbau Kinder auf dem Areal anzutreffen, richtig herumtoben konnten sie ohnehin nicht. Zu alt und abgenutzt waren die Geräte, zu unattraktiv das Umfeld. Kein Wunder, dass die Sanierung der 4500 Quadratmeter großen Fläche als dringlichste Maßnahme des Grünzug-Masterplans eingestuft worden war.

Spielplatz mit Multi-Kulti-Konzept

Mit der Sanierung war einerseits der Spielgerätebestand auf den neuesten Stand gebracht worden, andererseits wurde aber auch eine komplette Neukonzeption umgesetzt. Unter dem Motto „Weltreise mit dem Roter Zug“ ist eine Multi-Kulti-Idee entstanden, die Kinder mit in ferne Welten nimmt. Los geht es in Europa mit Sandkasten und Spielhaus. Weiter geht es auf dem Balkan. Mauerreste, Ruinen, Steine, Felsen und eine Sandkastenrutsche laden zum Toben ein. In Asien gibt es Nomadenzelte, Ahornbäume und ein Kletterkamel. Vierte Haltestelle ist Afrika. Dort warten Abenteuerwald, Baumhaus, Hängematte, Kletterbaum und andere Geräte darauf, erkundet zu werden.

Die verschiedenen Kontinente, so der Grundgedanke von Landschaftsarchitekt Siegfried Schäfer, sollen die Integration der in Rot lebenden Menschen symbolisieren. Die Fläche des Platzes war vergrößert worden, die Lage verändert: Um etwas mehr räumliche Distanz zu den Anwohnern zu bekommen, wurde die Spielfläche von den angrenzenden Grundstücken weg näher an den Rotweg verlegt. Auch die Wege wurden anders geführt. Wichtig war den Eltern, dass alle Bereiche gut einsehbar sind.

„Einer der beliebtesten Spielplätze im Norden“

Das Konzept kam bei den jungen Nutzern gut an: Der Platz war zunächst so rege besucht, dass einige Anwohner sich über den hohen Lärmpegel beschwerten. Ein Gespräch und eine gemeinsame Aktion aller Beteiligten führten aber im Mai 2006 zur Entspannung. Laut Günther Hertfelder vom Garten-, Friedhofs- und Forstamt gibt es seit damals keine Probleme mehr zwischen Anwohnern und Nutzern. Nach wie vor werde der Platz stark frequentiert. „Das ist einer der beliebtesten Spielplätze im Stuttgarter Norden“, sagt Hertfelder. Der Vandalismus halte sich in Grenzen. In den Sommermonaten werde der Platz zwei- bis drei Mal pro Woche gereinigt.

Grundsätzlich, das betont Hertfelder, seien die Roter durch das Programm Soziale Stadt sensibilisiert und würden sehr darauf achten, dass so möglich wie wenig zerstört und vermüllt werde.

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