Pure Lebensfreude gepaart mit begnadeten Stimmen: der Soweto Gospel Choir. Foto: Wolf Erdel

Die Sänger lösen pure Begeisterung aus: Der Soweto Gospel Choir tritt am 5. Dezember im Hegel-Saal der Liederhalle in Stuttgart auf.

„Auf den Punkt und nicht zu stoppen . . . sprühend und atemberaubend!“ Diese enthusiastischen Worte schreibt die „New York Times“ über den Soweto Gospel Choir.

Wo auch immer rund um den Globus die 16 Sängerinnen und Sänger aus Südafrika auftreten, überschlagen sich die Medien vor Begeisterung. Für die „Montreal Gazette“ ist der Chor „der Stoff, der einen zum Beben bringt“. Das Magazin „CargotART“ aus Melbourne wiederum schwärmt: „Die Liveshow des Soweto Gospel Choir ist in Sachen Talent und Kreativität unvergleichlich.“

Motto: „Freedom“

Selbst erleben kann man dies nun in Stuttgart: Am 5. Dezember tritt der Ausnahmechor im Hegel-Saal der Liederhalle auf. „Freedom“ lautet das Motto der neuen Tournee der Frauen und Männer aus den berühmt wie berüchtigten South Western Townships alias Soweto, die seit 2002 als Stadtteil zu Johannesburg gehören. Der Titel ist in mehrfacher Hinsicht eindrücklich: Gilt doch Soweto seit dem Schüleraufstand 1976 gegen die rassistische Bildungspolitik Südafrikas als Symbol für den Widerstand gegen die Apartheid. Damals wurden die Proteste zwar blutig niedergeschlagen, aber sie waren der Anfang für eine Friedens- und Befreiungsbewegung ohnegleichen: 1994 endete die Apartheid in Südafrika.

Traditionelle Rhythmen, Spirituals und Popsongs

In diesem Sinne steht das Tourneemotto für Gleichheit, Liebe, Gerechtigkeit, ja das Leben selbst. Das spiegelt sich auch im Repertoire der Adventskonzerte wider. Da erklingen nicht nur traditionelle südafrikanische Stücke mit ursprünglichen Rhythmen, Spirituals oder mitreißende moderne Popsongs. Die Truppe stimmt auch Freiheitslieder an, stimmgewaltige Interpretationen von Chartstürmern wie James Browns„I Feel Good“ oder Leonard Cohens „Hallelujah“ oder gar Reggae-Stücke.

Platz eins der Billboard Charts

Seit über 15 Jahren begeistert der Chor sein Publikum weltweit. Bereits im Jahr seiner Gründung, Ende 2002, kletterte sein erstes Album „Voices of Heaven“ innerhalb von drei Wochen, nachdem es in den USA auf dem Markt war, auf Platz eins der Billboard’s World Music Chart.

Nur zwei Jahre später wurden die Gesangskünstlerinnen und -künstler mit dem renommierten australischen Helpmann Award für das „Best Contemporary Music Concert“, also das beste zeitgenössische Konzert ausgezeichnet.

Das zweite Album „Blessed“ brachte dem Chor 2006 den ersten Grammy. Der nächste folgte 2008 für „African Spirit“. Bis heute hat die Gruppe über 1000 Live-Auftritte absolviert. Unvergesslich für ihre vielen Fans sind die gemeinsamen Shows mit Stars wie Céline Dion, den Red Hot Chili Peppers oder Robert Plant.

Mandela sorgte mit für den Durchbruch

„Mit jedem Auftritt nehmen wir die Menschen dorthin mit, wo wir herkommen. Wir zeigen ihnen die Schönheit unseres Landes“, betont der Leiter des Soweto Gospel Choir, Vincent Jiyane. Auf der aktuellen Tour will er denn auch an die bereits erwähnten Proteste von 1976 erinnern. „Wir handeln da ganz im Sinne von Nelson Mandela. Wir sollten vergeben, aber nicht vergessen.“

Der Friedensnobelpreisträger und erste schwarze Staatschef nach Abschaffung der Apartheid spielte denn auch eine Rolle beim Durchbruch des Chors. Dessen Auftritt bei dem Benefizkonzert „46664” im Dezember 2003 stand unter der Schirmherrschaft Mandelas. Und dass auf der Bühne damals Weltstars wie Bono, Bob Geldof, Anastasia, Peter Gabriel, Cat Stevens oder Annie Lennox standen, brachte der Truppe große Sympathien und eine enorme Popularität ein. Bono schwärmte davon, wie „brillant“ der Chor gesungen habe.

Aber es ist nicht nur die Stimmgewalt, die alle beeindruckt. Mitreißend ist auch die energiegeladene Lebensfreude der Choristen in ihren traditionell farbenprächtigen Gewändern. Doch trotz des Erfolgs sind die Mitglieder auf dem Boden geblieben. Seit ihrer Gründung übernehmen sie soziale Verantwortung, sind etwa Botschafter für Nelson Mandelas Aids-Stiftung oder unterstützen „Nkosi’s Haven“, eine Einrichtung für Waisen, deren Eltern an Aids starben.

Soweto Gospel Choir: 5. Dezember, 20 Uhr, Liederhalle, Tickets unter 07 11 / 22 11 05

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