Auch in diesem Jahr beliebt bei den Fans: Das Southside-Festival in Neuhausen ob Eck ist gestartet. Foto: Frank Engelhardt

Das Southside-Festival hat mit echten Krachern begonnen: Samy Deluxe, Billy Talent und Marteria enterten die Bühne in Neuhausen ob Eck. Doch auch ruhigere Töne waren zu hören.

Neuhausen ob Eck - Die Zelte sind auf-, das Bier kaltgestellt – viele der rund 60 .000 Festivalbesucher waren schon im Laufe des vergangenen Donnerstags zum Southside angereist. In 20 Jahren ist es in der Region schon zu einem angenehmen Pflichttermin geworden, einem Get-together, bei dem es vor allem ums Festivalfeeling geht und die Musik beinahe schon eine untergeordnete Rolle spielt.

Die ganz großen Acts und Publikumsmagneten sind auf den ersten Blick auch nicht zu finden. Vielmehr setzt sich das Line-Up diesmal aus vielen "wollte-ich-schon-immer-mal-sehen"-Bands zusammen. So beispielsweise Angus & Julia Stone, die eher für die leisen Töne bekannt sind.

Dass man aber auch auf der ganz großen Bühne mit Abstand zum Publikum für Gänsehaut sorgen kann, hatte sich schon im vergangenen Jahr mit dem Auftritt von "Passenger" gezeigt. "Ein bisschen wie Kunst" wirkten die Songs des Neuzugangs Schlaraffenlandung, einer Balinger Band, die am ersten Festivaltag am Freitag die Blue Stage eröffnete. Auch auf die aufziehenden Wolken reagierte die junge Combo richtig mit "Die Zeit kann uns keiner ruinieren".

Dann wurde es nachdenklich und tiefgründig, etwa mit den Songpoeten von Tonbandgerät, den Mighty Oaks und James Bay, dessen Stimme sich stets zwischen zart und rau bewegt. Immer wieder hieß es aber dann auch zum 20-jährigen Bestehen des beliebten Festivals: back to the roots, zurück zu den Wurzeln – Indie und Rock.

Das knalligere Kontrastprogramm zur zarten Melancholie gab es beispielsweise vom Black Rebel Motorcycle Club und The Hunna mit ganz viel jugendlicher Nostalgie und dem Besten, was die Gitarre zu bieten hat.

Auch Headliner Arcade Fire lässt sich ungern in eine Schublade stecken

Und dann gibt es da noch die Schotten von Franz Ferdinand, denen der klassische Indie–Rock nicht reicht. Da darf es hier und da noch eine Prise New Wave und Post Punk sein. Und auch Headliner Arcade Fire lässt sich ungern in eine Schublade stecken; er bewegt sich zwischen Indie-Rock, Folk und Disco. Wer es da ein bisschen klarer und geradliniger wollte, der sang mit Kraftklub Songs für Liam.

Dänin Mø schlug da ein wenig aus der Art mit ihrem Synthie–Sound, traf mit den Texten aber direkt den richtigen Nerv: "Don‘t let this be our final song". Bonaparte lieferte derweil eine halbe Kunstperformance. Auf den Dancefloor ging es mit den Arctic Monkeys, die nicht nur mit Fluorescent Adolescent ins Schwarze trafen. Ebenso plötzlich wie "Portugal the Man" in den Charts auftauchte und sich dort lange Zeit oben hielt, ließen sie auch bei ihrem Live-Auftritt die Spannung nicht abreißen. "Let’s live in The Moment" hieß es. Nach dem stabilen Warm-up am Freitag warten noch viele weitere Künstler unterschiedlicher Genres auf die Festivalfans. Der Samstag wird mit The Offspring, Wanda, Samy Deluxe, Billy Talent und Marteria wohl deutlich verrückter und vor allem wilder als der erste Tag.

Der Sonntag gehört einerseits der Hip–Hop/Deutschrap–Fraktion mit Sxtn, Prinz Pi und den Beginnern, auf der anderen Seite Träumern wie The Kooks, den Elektropunkern The Prodigy und den Rebellen von Biffy Clyro.

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