Was ist der Grund für die Algenbildung im See im Esslinger Stadtteil Berkheim? Einwohner und Experten sehen darin eine Gefahr für Tiere, Pflanzen und Gewässer. Ein Leser führte das vermehrte Wachstum auf die mögliche Einleitung von Abwässern zurück.
Einwohner und Experten machen sich Sorgen um den See im Esslinger Stadtteil Berkheim. Sie befürchten, dass die vermehrte Algenbildung mittelfristig zu einem Absterben des Gewässers führen könne. Ein Leser hatte sich nach einem Bericht darüber in unserer Zeitung gemeldet und vermutet, die Einleitung von Abwässern könne der Grund für die vermehrte Algenbildung sein. Diesen Denkansatz weist die Stadt Esslingen zurück.
Da müsse ein Missverständnis vorliegen, sagt Isabelle Burtschek aus dem Büro von Oberbürgermeister Matthias Klopfer auf Nachfrage unserer Zeitung. Abwässer würden keine in den einzigen See im Stadtgebiet eingeleitet. Die Zuspeisung erfolge vielmehr über natürliches Quellwasser aus dem Grundwasservorkommen: „Beim Bau der Aufstiegstraße und der Straße Am Ziegelbrunnen Ende der 1960er Jahre wurden Quellen des Ziegelbrunnens, des Rainlesbrunnens und des Wettenbrunnens zusammengelegt und dem See zugeführt.“
Fische und Pflanzen könnten sterben
Der ehemalige ehrenamtliche Seepate Horst Müller, Kreisfischereibeauftragter Edward-Errol Jaffke und der in der Aquaristik aktive Horst Bach hatten Bedenken wegen des Zustands des Berkheimer Sees geäußert. Die stark wuchernden Algen könnten absterben, auf den Gewässerboden sinken und dort von Mikroorganismen zersetzt werden. Ein Prozess, bei dem Sauerstoff verbraucht werde. Das lebenswichtige Gas fehle. Fische und Pflanzen könnten sterben, so Jaffke: „Der See hat Probleme.“ Er hatte als Gegenmittel ein vermehrtes Absaugen der Algen, die Schaffung eines weiteren Zuflusses oder letztlich die Installation einer Schwimminsel in der Seemitte in Verbindung mit einem Sprudelstein auf dem Gewässerboden vorgeschlagen. Solche Maßnahmen würden mehr Bewegung bewirken und damit Algenbildung verhindern.
Das städtische Grünflächenamt hatte Aktivitäten wie das Einsetzen von Unterwasserpflanzen wie Hornblatt oder Seerosen angekündigt. Sie sollen bei der Regulierung des Nährstoffgehalts helfen: „Auch der Fischereiverein, der Inhaber der Fischereipacht für den See ist, wird kontrollieren, ob eventuell auch ein zu hoher Fischbesatz zu einem Nährstoffanstieg geführt hat.“ Ein zusätzlicher Quellzulauf soll „bei Gelegenheit“ im Norden des Sees installiert werden, um mehr Bewegung zu bringen.