Es soll erneut zu Angriffen auf Security-Mitarbeiter aus Ludwigsburg gekommen sein. Zweimal schlugen die Betroffenen Alarm – ob und was genau passiert ist, bleibt jedoch unklar.
Der mutmaßliche Konflikt zwischen zwei Security-Unternehmen in und um Ludwigsburg scheint kein Ende zu finden. Obwohl die Sonderkommission „Frost“ mehrere Wohnungen durchsucht und Verdächtige festgenommen hat, kam es in der vergangenen Woche offenbar zu weiteren Vorfällen. Anders als beim Angriff auf die Büroräume eines Ludwigsburger Security-Unternehmens am 12. Januar ist die Lage derzeit jedoch unübersichtlich.
Fest steht: Die mutmaßliche Opfergruppe aus Ludwigsburg und Umgebung hat die Polizei in den vergangenen Tagen zweimal wegen möglicher Angriffe verständigt. Ob es sich dabei um neue Gewalttaten handelt, ist bislang unklar.
Was ist passiert?
Der erste Vorfall ereignete sich in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag in der Ludwigsburger Oststadt. Nach Angaben einer Quelle aus dem Umfeld der mutmaßlichen Opfergruppe sollen Unbekannte vor dem Wohnhaus eines Security-Mitarbeiters mehrere Schüsse abgegeben und anschließend mit einem Auto geflüchtet sein.
Die Polizei bestätigt, dass eine Person aus dem Umfeld des Security-Unternehmens Schussgeräusche meldete. Kurz darauf ging ein weiterer Notruf ein, in dem ebenfalls von entsprechenden Geräuschen die Rede war. Einsatzkräfte rückten umgehend aus, konnten vor Ort jedoch keine Hinweise auf eine Straftat feststellen. Weder Einschusslöcher noch Projektile oder verdächtige Personen wurden gefunden. Ob es tatsächlich zu einem Angriff kam, ist daher weiterhin unklar.
Ein zweiter Vorfall wurde am Samstagabend aus einer anderen Gemeinde im Kreis Ludwigsburg gemeldet. In diesem Fall verständigte die Familie des Mannes, der am 12. Mai vergangenen Jahres in der Tammer Silcherstraße angeschossen worden war und infolge der Verletzungen ein Bein verlor, die Polizei. Die Familie sei verfolgt worden, heißt es aus dem Umfeld der Person.
Laut Polizei hätte die Familie am Telefon von drei verdächtigen Personen berichtet, die sich vor der Wohnung aufgehalten haben sollen. Auch hier rückte die Polizei nach eigenen Angaben aus, traf vor Ort jedoch keine entsprechenden Personen mehr an. Ob ein weiterer Angriff geplant war oder es sich um unbeteiligte Personen handelte, lässt sich derzeit nicht abschließend klären.
Mittlerweile ist zudem bekannt, dass es zwischen der mutmaßlichen Opfergruppe und der Polizei Meinungsverschiedenheiten gibt. Die Gruppe fühlt sich seit Beginn der Angriffe im Mai 2025 nicht ausreichend geschützt und übt Kritik an der Polizeiarbeit. Die Polizei verweist hingegen auf eine aus ihrer Sicht mangelnde Kooperationsbereitschaft.
Nach aktuellen Informationen hat sich die Gruppe nun sogar mit einer Gesprächsanfrage an Ludwigsburgs Oberbürgermeister Matthias Knecht gewandt, um auf ihre Situation aufmerksam zu machen. Trotz des „ehrlichen Verständnisses für die Angst und die Betroffenheit“, habe er die Gesprächsanfrage abgelehnt, so Knecht. „Ich habe schriftlich auf die Arbeit der Polizei und der Staatsanwaltschaft verwiesen und einen Termin bewusst abgelehnt, um laufende Ermittlungen und Schutzmaßnahmen nicht zu stören.“
Was steckt hinter dem Fall Frost?
Der Fall „Frost“ begann mit Schüssen am 26. April 2025 in der Oststadt, gefolgt von einem Brandanschlag in Bietigheim-Bissingen und dem mutmaßlich versuchten Mord in Tamm. Seit dem Sommer ermittelt eine Sonderkommission. Im Herbst kam es zu Durchsuchungen und Festnahmen.
Am 14. November nahm der Fall eine neue Dimension an: Die Staatsanwaltschaft Heilbronn ermittelt gegen sieben Mitarbeiter der Stuttgarter Staatsanwaltschaft wegen mutmaßlicher Datenweitergabe. Richter sind nicht betroffen, gegen einen Wachtmeister und zwei mutmaßliche Auftraggeber wurden Haftbefehle erlassen. Welche Daten weitergegeben wurden und ob sie den Fall „Frost“ betreffen, ist weiterhin offen.