Zum ersten Spaziergang sind rund 30 Teilnehmer gekommen Foto: Annina Baur

Das Projekt „Begleitet bewegen“ ist gestartet. Dabei führen Ehrenamtliche Senioren durch das Quartier.

Sommerrain - Die Schultern kreisen zu lassen, die Arme zu schwingen und die Beine zu lockern waren am vergangenen Freitag nur die Aufwärmübungen. Eine Stunde lang sind rund 30 Seniorinnen und Senioren danach durch den Cannstatter Stadtteil Sommerrain gelaufen. Ob mit Stock, Turnschuhen oder Sandalen spielt bei diesen Quartiersspaziergängen keine Rolle: „Jeder kann bei dem kostenlosen Angebot mitmachen“, sagt Werner Schüle, der Vorsitzende des Stadtseniorenrats, welcher das Projekt „Begleitet bewegen“ zusammen mit dem Sportkreis ins Leben gerufen hat.Dass weder Vorkenntnisse noch Ausrüstung nötig sind, hat auch Marianne Riedle aus Feuerbach am Freitag in den Sommerrain gelockt: „Ich war mein Berufsleben lang Schreibtischtäterin. Seit ich im Ruhestand bin, bewege ich mich noch weniger, und das möchte ich ändern“, sagt Riedle, die von dem Projekt aus der Zeitung erfahren hat. Zu einer eingespielten, bereits gut trainierten Gruppe zu stoßen, hätte ihr Angst gemacht. Vom Spaziergang im Sommerrain ist sie nicht nur der körperlichen Bewegung wegen begeistert: „Das ist eine wunderschöne Ecke von Stuttgart, die ich zuvor nicht kannte.“ Sie will in Zukunft auf jeden Fall regelmäßig nach Bad Cannstatt kommen – die Spaziergänge finden nämlich künftig immer freitags bei Wind und Wetter statt. „Bei Regen nehmen wir einen Schirm mit und bei großer Hitze wählen wir schattige Strecken oder eine kürzere Route aus“, sagt der Initiator Werner Schüle, der auch selbst bei den Spaziergängen mit von der Partie ist.

Möglich machen die begleiteten Spaziergänge durch den Sommerrain und die umliegenden Stadtteile ehrenamtliche Helferinnen und Helfer wie zum Beispiel die Übungsleiterin Verena Rosner vom Turnerbund Bad Cannstatt, die an diesem Freitag die Gruppe anführt und die Teilnehmer bei den gymnastischen Übungen am Anfang und während der Verschnaufpausen anleitet. Es soll bei dem Projekt aber nicht nur um die körperliche Fitness, sondern auch um den Geist gehen, betont Schüle. Am vergangenen Freitag etwa hat Karl Kurz den Spaziergängern während einer Verschnaufpause etwas über die Entstehung des Stadtteils erzählt. In den kommenden Wochen soll es um weitere Details aus der Geschichte gehen, aber auch darum, Pflanzen, Bäume und Tiere am Wegesrand zu bestimmen. Schüle hofft, dass sich das Angebot etabliert: „Wenn das Projekt im Sommerrain gut angenommen wird, wollen wir solche Spaziergänge auch in anderen Stadtbezirken anbieten.“

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