Mit viel Kniffligem aus der Landeskunde Baden-Württembergs ist unser Rätselspaß gestartet. Wir verraten das Lösungswort der ersten Woche.
Zu leicht? Zu schwer? Angesichts der Möglichkeit zu googeln, hat es heutzutage vor allem jeder Rätselfragesteller schwer. Das Lösungswort der ersten Woche heißt Rommel, wie Manfred Rommel, dem langjährigen und 1996 verstorbenen Oberbürgermeister von Stuttgart, nach dem wegen seiner vielen Verdienste der Landesflughafen in Stuttgart benannt worden ist.
Bei der Auftaktfrage nach dem Wolf, der 1847 in Württemberg als „letzter“ aus freier Wildbahn geschossen worden ist, war gar nicht berichtet worden, dass es sich schon damals um einen Problemwolf gehandelt haben muss – 50 Schafe soll er binnen eines Jahres gerissen haben. Respekt zollten die Jäger dem „Untier“ dennoch – es ist präpariert worden und steht ausgestopft im Naturkundemuseum in Stuttgart. Ein aufmerksamer Leser hat übrigens bemerkt, dass 1865 bei Neudenau noch einmal eine Wölfin erschossen worden sei, die allerdings weniger Aufmerksamkeit erfuhr.
Nicht die freie Wildbahn, aber eine freie Grenzregion – das war Kern der Frage zwei. Eine nie festgelegte Grenze von Baden-Württemberg zum Ausland besteht im Bodensee (Obersee). Trotz fehlender Demarkation der Grenze zur Schweiz und Österreich gibt es Absprachen der Länderpolizeien, darüber, wer auf dem See wo zuständig ist. Das Hanauerland – das einst zur Grafschaft Hanau-Lichtenberg gehörte – liegt immerhin verteilt auf das linke und rechte Rheinufer, und was Bad Säckingen anbelangt: Dort ist die Grenze auf der Holzbrücke kürzlich schlagzeilenträchtig neu markiert worden, aber wo sie verläuft ist seit 1808 festgelegt, zunächst am tiefsten Punkt des Rheins, neuerdings in der Flussmitte.
Innovationen bringen das Land voran, und der Erfinder Paul Schlack, gebürtig aus Stuttgart, war die richtige Antwort der dritten Frage in der Woche. Schlack hat 1938 das Perlon entdeckt – eine ähnliche Kunstfaser wie das zuvor in den USA erfundenen Nylon, aber mit einem niedrigeren Schmelzpunkt und leichter zu färben. Damals in der Kriegszeit ist Nylon für Fallschirme benutzt worden, ebenso für Strümpfe. Schlacks Mutter soll eine der ersten gewesen sein, die sich damit kleidete. Zu den anderen Antwortmöglichkeiten: Rudolf Diesel stammt aus Augsburg, Melitta Bentz aus Dresden.
Die Ente noch auf dem Arm auspressen
Frage vier galt dem Schwäbischen: Ein Entenklemmer ist ein Geizhals, auf dem Weg zum Markt presst er seine Ente im Arm noch etwas, in der Hoffnung, dass sie vielleicht vor dem Verkauf noch ein Ei für ihn lege. Thaddäus Troll adaptierte Molières „L‘ Avare“ (Der Geizhals) einst zum Lustspiel „Der Entaklemmer“.
Für echte Schwaben war dies wohl die leichteste Frage der Woche, wie unsere Leserin Gabriele Schlewek aus Bempflingen schreibt: „Was hab ich mich gefreut, als es am Samstag wieder los ging – der Sommerrätselspaß! Jedes Jahr freue ich mich aufs Neue und bin gespannt was ich in diesem Jahr wieder dazulernen werde.“ Bei vielen Fragen habe sie zwar eine Ahnung gehabt, zur Sicherheit aber trotzdem das Internet befragt. „Nur bei einer Frage war ich mir zu Hundert Prozent sicher“, schreibt Schlewek, „die Frage nach dem Endaklemmer (bei mir drhoim im Oberland an Etaklemmer). Das brauchte ich nicht nachzuschauen, auch wenn die Hochdeutsche Form zuerst etwas befremdlich war. Etaklemmer gabs früher und sie sind auch in der heutigen Zeit noch nicht ausgestorben, die Geizkragen.“
Seit 20 Jahren in Mannheim beheimatet ist die Popakademie. Hier hat die aus Augsburg gebürtige Popsängerin Alice Merton („No roots“) – die in den USA, Kanada und England aufgewachsen ist – von 2013 an Popmusikdesign studiert – sie ist eine der berühmtesten Absolventinnen der staatlichen Hochschule, was mit der fünften Frage der Woche herausgefunden werden sollte. Was Cro – bürgerlich Carlo Waibel – und Apache 207 anbelangt – sie sind waschechte Baden-Württemberger, der eine gebürtig aus Mutlangen, der andere aus Mannheim. Sie haben auch Welterfolge geschafft – allerdings ohne die Hilfe der Popakademie vor ihrer Haustür.
Die letzte Frage der Woche galt dem britischen König Charles. Die deutschen Wurzeln der Königsfamilie aus London – namentlich zum Haus Hannover – sind hinlänglich bekannt. Aber übersehen werden oft die Bezüge zum Südwesten: George V, der Urgroßvater von König Charles, war verheiratet mit Maria von Teck. Familiäre Bande bestehen auch über zwei Tanten die Charles väterlicherseits hatte: So zum Hause Hohenlohe-Langenburg, die Großmutter von Philipp Fürst zu Hohenlohe-Langenburg – Margarita von Griechenland und Dänemark – war die Schwester von Charles Vater Philip, dem Ehemann der verstorbenen Queen Elizabeth. Auch die Mutter des 2022 verstorbenen Max Markgraf von Baden, die Prinzessin Theodora von Griechenland und Dänemark, Markgräfin von Baden, war eine Schwester von Charles Vater. In der britischen Monarchie und im südwestdeutschen Adel fließt viel blaues Blut aus Südwestdeutschland.