Kinder haben selbst Nisthilfen für Bienen hergestellt. Foto: Lichtgut /Ferdinando Iannone

Das Stadtpalais und der Verein Pro Biene haben zum ersten Stuttgarter Bienenfestival eingeladen. Eine übergroße begehbare Bienenwabe ist noch bis Sonntag, 8. September, hinter dem Stadtmuseum aufgebaut.

Stuttgart - Die richtigen Bienenfans erkennt man sofort: Nina (3) ist im Bienenkostüm gekommen und hat eine Plüschbiene dabei. Ihr Lieblingstier und ihr Lieblingslied: Biene Maja. „Die liebt sie über alles“, sagt ihre Mutter. Deshalb ist sie mit ihr zum ersten Stuttgarter Bienenfestival ins Stadtpalais am Charlottenplatz gekommen. Dort hat Nina mit ihrem Bruder die Bienen-Hüpfburg getestet. Und sie habe an einem Rad gedreht und dafür einen Stift bekommen, sagt sie.

Melanie Hartmann, die sich bei der Stadt Stuttgart um Bienenweiden kümmert, hat an ihrem Stand ein Glücksrad vorbereitet. Die Besucher können bei ihr Fragen rund um Blumen und Bienen beantworten und Saatgutkonfetti gewinnen. „Wenn man das wo hinwirft, wächst eine Pflanze daraus.“

Naturschutz und Urban Gardening sind ein Schwerpunkt

Sueva Chabenat (23) hat für das Stadtpalais an der Konzeption des Bienenfestivals mitgewirkt. In diesem Jahr widme man sich beim Sommerprogramm „Stuttgart am Meer“ auch den Themen Naturschutz und Urban Gardening. „Die Biene ist wichtig für den Menschen, deshalb stellen wir sie mit einem eigenen Festival vor“, ergänzt Chabenat.

Was kann jeder für die Wildbienen tun? Dazu hat es viele Infos an den Ständen von Pro Biene, Stuttgart West Honey oder dem Naturschutzbund Stuttgart (Nabu) gegeben. „Durch die Arbeit für das Sommerfestival bin ich auch zum Bienenfan geworden“, sagt Chabenat. Beim Bienenfestival hat das Stadtpalais die Biene, ihre Lebensräume, Bienenhaltung und Bienenschutz in den Mittelpunkt gestellt.

Wie kann ich Bienen selbst helfen?

Kinder konnten eine Schaubeute mit fleißigen Bienen bestaunen, Tipps für einen bienenfreundlichen Garten erhalten, Honig verkosten oder Kerzen aus Bienenwachs herstellen. Beim Nabu durften einige eine Art Bienenhotel bauen. „Nisthilfen nennen wir das korrekter“, sagt Stefan Kress, der stellvertretende Vorsitzende des Nabu Stuttgart und dort zuständig für Insekten und Wald. „Im Hotel übernachtet man ja ein bis zwei Nächte, in diesen Nisthilfen verbringen Bienen 80 Prozent ihres Lebens.“ Auch viele Informationen über die Bienen gibt es am Stand des Naturschutzbunds. „Viele kennen ja nur die Honigbiene“, sagt Kress. Dabei sei die nur eine von rund 260 Bienenarten, die es in Stuttgart gebe. „Um Honigbienen kümmern sich die Imker sehr, deshalb sind sie auch nicht bedroht“, ergänzt Kress. Viele Wildbienenarten stünden hingegen schon auf der Liste bedrohter Tiere. „Mit Bienenweiden oder den Nisthilfen kann jeder etwas für die Wildbienen tun.“

In der Bienenwaben-Installation finden sich viele Infos rund um die Biene

Peter Pfeifle, passionierter Hobbyimker, hat für die Besucher einen Wabenkasten mit rund 2000 Bienen mitgebracht. „Nach der Veranstaltung kriegen sie einen ganzen Kasten, dann können sie sich zu einem Volk entwickeln“, sagt Pfeifle (76). Wichtig für das Volk sei immer die Königin. „Wenn die verloren geht, ist das Volk kaputt.“ Der Stuttgarter hat „als Bua“ angefangen, sich mit Bienen zu beschäftigen. „Teilweise habe ich sie in Blumentöpfen gehalten“, erzählt er. Derzeit hat er um die 25 Völker, zeitweise seien es schon mehr als 100 gewesen. Was ihn an den so Insekten fasziniert? „Wenn ich bei den Bienen bin, ist die Welt in Ordnung“, sagt Peter Pfeifle. Er habe auch Bienen im Schwarzwald. Am glücklichsten sei er, wenn er dort durch die „traumhaften Täler fahre, alles grün ist und die Bienen summen um mich“.

Eine übergroße begehbare Bienenwabe ist noch bis Sonntag, 8. September, hinter dem Stadtmuseum aufgebaut. „Darin gibt es viele Informationen über die Honigbiene und Wildbienen“, sagt Sueva Chabenat. Die Wabe haben die Architekten vom Büro Umschichten gebaut, sie haben auch die Meer-Installation für das Sommerfestival entworfen.

Wegen solcher Veranstaltungen geht Funda Schepp immer gerne mit ihrem Sohn ins Stadtpalais. „Es gibt immer ein tolles Programm. Für Eltern ist das wirklich super.“ Und ihr Sohn Samy liebe Honig, bei seinem Onkel sei er schon beim Imkern dabei gewesen.

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