In der erster Woche des Sommerfestivals „Stuttgart am Meer“ am Stadtpalais dreht sich alles ums Surfen. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

Das Stadtpalais hat das Sommerfestival „Stuttgart am Meer“ eröffnet. Surfen, Skateboarden, Radeln und ein kleines, urbanes Meer – in den Sommerferien gibt es sportliche Abwechslung rund um das Museum und die Ausstellung „Skateboarding Stuttgart“.

Stuttgart - Wie könnte Stuttgart eine „Stadt am Fluss“ werden? Darüber zerbrechen sich seit Jahren viele in dieser Stadt den Kopf. Aber warum eigentlich bloß ein Fluss? Das „Stadtpalais – Stadtmuseum für Stuttgart“ unterbricht die theoretische Debatte für ein paar Wochen und lädt während der Sommerferien gleich im großen Stil zur „Stadt am Meer“ ein.

Die Stadt braucht Wasser – das Stadtpalais liefert es für die nächsten sechs Wochen

„Die Stadt braucht Wasser. Deshalb holen wir es an den Charlottenplatz und machen den Außenbereich des Stadtpalais zum urbanen Erlebnisort“, erklärt Museumsdirektor Torben Giese seine Idee. Die hat er nun in den vergangenen sechs Monaten gemeinsam mit seinem Team und Raoul Grossmann, freier Projektleiter für Kommunikation und Events, umgesetzt. Er begreife sein Museum als „Freiraum“, sagte Giese. „Was in dieser Stadt ja immer fehlt.“ Innen sei es ein Museum, außen gehöre es der Stadt. Bis zum Ende der Sommerferien am Sonntag, 9. September, ist der Außenbereich des Museums eine Strandlandschaft. Geöffnet ist täglich von 10 bis 22 Uhr. Bewegung kommt bei dem „urbanen Festival“ nicht zu kurz: Surfen, skaten, radeln und Basketball – für jede Sportart ist eine Themenwoche reserviert.

Strandfeeling an der Bundesstraße

Liegestühle, Hängematte und eine Container-Strandbar dürfen da natürlich nicht fehlen. „So kann man den öffentlichen Raum ganz neu entdecken“, schwärmte Kulturbürgermeister Fabian Mayer bei der Pressekonferenz zur Eröffnung. Die so wenig aufregende Bundesstraße erscheine plötzlich in einem ganz anderen Licht. Und es wird das möglich, worüber wohl bisher kein Stuttgarter jemals ernsthaft nachgedacht hat: „Man kann jetzt Urlaub an der B14 machen“, sagte Mayer.

Und natürlich kenne er die Wünsche nach der Stadt am Wasser, so der Kulturbürgermeister. „Das Sommerfestival ist ja quasi nun ein augenzwinkernder Widerspruch in der für diesen Landesteil so typischen Bescheidenheit für eine Stadt am Fluss.“ Denn natürlich kann das Stadtpalais den Stuttgartern leider kein echtes Meer für die Sommerferien bieten. Als Ersatz gibt es deshalb eben ein künstliches, kleines Meer: Das Stuttgarter Architekturbüro Umschichten hat dazu die temporäre Installation „Ein Streifen Meer“ verwirklicht. Vor den 13 Stufen des Stadtpalais steht für die sechs Wochen ein knöcheltiefes „urbanes Meer“. „Stuttgart zeigt sich damit von seiner lebendigen und aufregenden Seite“, sagte Fabian Mayer.

Im Museum läuft parallel eine Ausstellung zu „Skateboarding in Stuttgart“

Und direkt „am Meer“ gibt es an jedem Sonntag „Live an den Treppen“: ab 17 Uhr spielen Bands. Dazu, und auch das ist natürlich gratis: der schönste Sonnenuntergang der Stadt. Das finden zumindest Museumsdirektor Giese und Projektleiter Grossmann. Insgesamt sei es „ein wahnsinniges Programm“ , schwärmte Giese.

Los gehts in der ersten Woche mit Surfen. Dazu ist die Veranstaltungsserie Surf-Days von Thilo Trefz zu Gast, die hinter dem Stadtpalais eine Hüpfburg mit hochlaufender Welle aufgebaut hat, bei der sich jeder mal im Surfen versuchen kann. Der Verein Neckarwelle bestreitet das Rahmenprogramm unter anderem mit Filmen, Surffitness und Vorträgen.

Ein weiterer Höhepunkt des Sommerfestivals ist die Ausstellung „Skateboarding in Stuttgart“ im Salon Sophie im Museumsgebäude. Diese zeigt, wie sich Stuttgart seit den 1990ern zur Skateboarding Metropole entwickelt hat. Filmemacher Torsten Frank öffnete dafür sein Archiv, die Fotos stammen aus der lokalen Skaterszene.

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