Das Duo Lannert (re.) und Bootz ermittelt auf dem Schlossplatz. Foto: SWR-Pressestelle/Fotoredaktion

4. Sommerfestival des SWR auf dem Schlossplatz: Zum ersten Mal gibt’s „Tatort“ unter freiem Himmel.

Stuttgart - Angela Merkel kommt. Winfried Kretschmann hat sich angekündigt. Joachim Löw schaut vorbei. Und der Papst bringt Gottes Segen mit zum 4. Sommerfestival des SWR auf dem Schlossplatz. Das zudem mit einer Premiere aufwartet. Erstmals gibt’s einen „Tatort“ unter freiem Himmel.

Früher war die Welt so einfach. Es schien in Stein gemeißelt: Die CDU stellt den Ministerpräsidenten in Baden-Württemberg, Deutscher Fußballmeister wird Bayern München – und der „Tatort“ kommt sonntags. Wenn die Welt ohnehin kopfsteht; ein Grüner in Stuttgart regiert; Dortmund unschlagbar scheint, dachte sich der SWR, dann können wir unseren „Tatort“ ja auch mal an einem Freitag zeigen. Und im größten Wohnzimmer, das sich finden ließ, der guten Stube des Landes.

Am Freitag um 20.30 Uhr ermitteln die Kommissare Lannert und Bootz auf einer 26 Quadratmeter großen Leinwand vor dem Neuen Schloss. Bisher fanden sich 2500 Menschen, die neben ihren Gebührengeldern auch noch 5,95 Euro für den Eintritt berappten. Gut, es ist ja auch einiges mehr geboten als zu Hause. Die Darsteller Richy Müller (Lannert), Felix Klare (Bootz), Jürgen Hartmann (Daniel Vogt) sowie Autor und Regisseur Thomas Freudner sind da und stehen Moderator Michael Antwerpes Rede und Antwort. Aber keine Angst, sie quatschen nicht ewig. Um 21 Uhr beginnt der Film. Es ist tatsächlich ein richtiger „Tatort“. 90 Minuten lang. Wer ihn sieht, ist früher dran. Ausgestrahlt in der ARD wird er erst am Sonntag, 21. Oktober, um 20.15 Uhr.

Eine Mördersuche ist neu für den Schlossplatz

„Tote Erde“ heißt er. Lannert und Bootz suchen den Mörder des Studenten Lukas Baumann. Dieser wird beim Klettern am Brückenpfeiler in Bad Cannstatt ermordet. Verdächtig sind wie üblich viele, zuvorderst jene Firmenchefs, deren Umweltsünden Baumann aufdecken wollte. Weil eine Staatsanwältin mit einem der Verdächtigen verbandelt ist, wird die Sache kompliziert. Doch keine Sorge, wer der Bösewicht war, wird nach 90 Minuten aufgeklärt sein. Man muss nicht im Internet selbst ermitteln. Ein „Tatort“ alter Schule also.

Fußball schauen, Musik, Comedy, Wahlpartys, all das hat der Schlossplatz schon erlebt. Eine Mördersuche ist neu. Und beim SWR ist man „hoch erfreut“, dass das „Wagnis so gut angenommen wird“ . Das gemeinsame Krimischauen ist Teil des 4. Sommerfestivals des SWR, das unter dem Motto steht: „60 Jahre Baden-Württemberg – Wir gratulieren“. Von Freitag bis Montag zeigt sich der Sender mit all seinen Programm­farben zur Geburtsagsparty im Herzen der Stadt. Comedian Andreas Müller lässt am Samstag Ministerpräsident Winfried Kretsch­mann sinnieren und wünscht sich als Papst Benedikt XVI.: „God is a DJ!“ Auch Joachim Löw, Angela Merkel, Franz Beckenbauer oder Udo Lindenberg lässt er über die Bühne marschieren.

Ein Duell gibt’s auch. SWR 4 sucht am Sonntag die besten Chöre des Landes. Open Doors aus Weinsberg, der Espresso-Chor Hüttlingen, der Kammerchor Schola Cantorum Wolfschlugen e. V. und voice affair aus Ravensburg haben sich fürs Finale auf dem Schlossplatz qualifiziert. Anschließend ­treten Andrea Berg, Max Mutzke und Edo Zanki auf. Zum guten Schluss präsentiert Matthias Holtmann am Montag „Best of SWR1 Pop & Poesie in Concert“. Da werden Klassiker des Pop und Rock gesungen und die Texte ins Deutsche übersetzt. Solche Dolmetscherdienst sind gefragt. Alle 4000 Karten sind bereits weg.

Noch einmal zurück zum Anfang. Wem der Stuttgarter „Tatort“ bisweilen zu bräsig ist, den lockt vielleicht ein besonderer Nervenkitzel. Unter allen Zuschauern verlost der SWR eine Nebenrolle im nächsten „Tatort“. Wer wollte nicht mal gerne eine schöne Leiche sein. Inklusive Wiederauferstehung.

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