Partystimmung auf dem Marktplatz: Auch in diesem Jahr erwarten die Veranstalter wieder zahlreiche Gäste. Foto: Max Kovalenko

Das Sommerfestival der Kulturen startet am Dienstag mit der „schnellste Blaskapelle der Welt“ und Balkan-Popsongs. Die Veranstalter haben sich für das beliebte Festival auf dem Stuttgarter Marktplatz wieder einiges einfallen lassen.

Stuttgart - Es ist eine Institution und für viele Stuttgarter der kulturelle Höhepunkt des Jahres: Das Sommerfestival der Kulturen beginnt am Dienstag, 11. Juli, auf dem Stuttgarter Marktplatz. Zum bereits 16. Mal lockt die kostenfreie Veranstaltung bis Sonntag Besucher mit Musik, Speisen und Getränken sowie Marktständen aus der ganzen Welt an. Los geht es am Dienstag um 17.30 Uhr mit der niederländischen Band „Amariszi“ und ihren Balkan-Popsongs zum Mitsingen.

Im Anschluss daran zeigt die selbsternannte „schnellste Blaskapelle der Welt“, warum sie von Kritikern in ganz Europa gelobt werden. „Fanfare Ciocarlia“ haben als Hochzeitsband in einem kleinen Dorf im nordöstlichen Rumänien angefangen – mittlerweile touren sie seit 20 Jahren durch die Welt und bieten laut dem Veranstalter mit ihren Blasinstrumenten nicht nur eine halsbrecherische Geschwindigkeit und technische Finesse, sondern auch gute Laune und die ganze Bandbreite des Gypsy-Sounds.

Die 91 Musiker stammen aus unterschiedlichsten Ländern

„Mit dem Festival möchten wir eine musikalische Vielfalt anbieten, die es so nicht oft gibt“, sagt Mit-Organisatorin Verena Ströbele. Das ist gelungen: Die 13 Bands und insgesamt 91 Musiker stammen von fast allen Kontinenten der Erde. Sie sind auch in verschiedenen Musikrichtungen beheimatet: von Elektropop, über Hip-Hop zu Cumbia oder Indie Rock sind viele Stile vertreten.

Auch aus Stuttgart kommen Musiker. Die Sängerin Hajnalka Péter – Tochter von bulgarischen und ungarischen Flüchtlingen – und ihre Band (Auftritt am Freitag, 17.30 Uhr) vermischen Bob Dylans Folksongs mit Klarinetten- und Schlagzeugklängen aus Arabien. Heraus kommt eine musikalische Reise quer über Sprachen und Kontinente, ein Spiegel der Kulturen und Variationen. „Es ist kein Zufall, dass das Festival in Stuttgart so beliebt ist“, erzählt Ströbele. Fast jeder Zweite habe in der Landeshauptstadt einen Migrationshintergrund, die kulturelle Vielfalt ist im Alltag und auf den Straßen präsent. „Den Reichtum an Kulturen möchten wir beibehalten und mit dem Festival abbilden“, sagt die Mitorganisatorin.

28 Essenstände werden von 60 Migrantenvereinen betreut

28 Essenstände, die im Wechsel von 60 Migrantenvereinen betreut werden, bieten nationale Gerichte und bunte Cocktails an. Sie ergänzen das internationale musikalische Programm während der gesamten sechs Tage. Wer kulinarische Abwechslung sucht, wird dort ganz sicher fündig. Die Stände öffnen am Sonntag um 11 Uhr, an den übrigen Veranstaltungstagen am späteren Nachmittag.

Für die zahlreichen Kulturvereine ist das Sommerfestival neben der Möglichkeit, der breiten Bevölkerung einen Eindruck ihrer Traditionen und Bräuche zu vermitteln, auch finanziell eine wichtige Stütze. „Viele der Vereine generieren einen Großteil ihrer Budgets an den Festivaltagen“, sagt Ströbele. Die Organisatoren selbst finanzieren sich über Sponsoren sowie überwiegend über den Getränkeverkauf.

Wenn das Wetter mitspielt, werden sich die Beteiligten wohl auch in diesem Jahr nicht über mangelnde Besucherzahlen beschweren können. Rund 80 000 Menschen werden auch in diesem Jahr auf den Marktplatz erwartet, um zu tanzen, zu schlemmen und zu bummeln. Wenn man bedenke, wie das Festival vor 16 Jahren in einem kleinen Innenhof eines Waisenhauses begonnen hat, könnte man fast meinen, der Marktplatz platze heute aus allen Nähten, sagt Ströbele. Tatsächlich wird das Festival von Jahr zu Jahr größer, dieses Mal erstreckt sich das Gelände bis zur Münzstraße. Wie in den Jahren zuvor auch, finden Besucher Stände in der Kirchstraße, sowie in der Hirsch-, Nadler- und der Eichstraße rund um das Rathaus.

„Unsere einzige Sorge ist das Wetter“, sagt Ströbele und bleibt doch optimistisch: „Auch letztes Jahr hat es geregnet und die Leute haben trotzdem gefeiert. Das soll dieses Jahr genauso werden.“

Zahlen und Fakten zum Sommerfestival

Sommerfestival: Vom 11. bis 16. Juli findet das Sommerfestival der Kulturen auf dem Marktplatz statt. Geboten werden ein Bühnenprogramm, Köstlichkeiten aus aller Welt und der Markt der Kulturen.

Bühnenprogramm: 13 Bands mit 91 Musikern treten auf. Das Programm beginnt Dienstag bis Freitag um 17.30 Uhr, am Samstag um 16.30 Uhr und am Sonntag um 11 Uhr. Ende ist immer um 22 Uhr.

Essen und Getränke: Rund 60 Stuttgarter Migrantenvereine sorgen im Wechsel an 28 Essensständen für kulinarische Köstlichkeiten aus aller Welt. Sie haben Dienstag bis Donnerstag von 17.30 bis 23 Uhr geöffnet, am Freitag von 17.30 bis 24 Uhr, am Samstag von 16.30 bis 24 Uhr und am Sonntag von 11 bis 22 Uhr.

Markt der Kulturen:
Rund um den Marktplatz gibt es Stände für Kunsthandwerk, Schmuck, Gewürze, Tees und vieles mehr. Der Markt ist geöffnet am Dienstag von 17.30 bis 23 Uhr, am Mittwoch und Donnerstag von 10 bis 23 Uhr, am Freitag und Samstag von 10 bis 24 Uhr und am Sonntag von 11 bis 22 Uhr.

Unterstützer:
Partner des Sommerfestivals sind die Landesbank Baden-Württemberg, Breuninger, Stuttgart Airport und Ritter Sport. Dazu gibt es weitere Förderer.

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