Hurra! VfB-Maskottchen Fritzle hat dem evangelischen Waldheim Lindental in Weilimdorf einen Besuch abgestattet. Foto: Martin Braun

Viele Kinder verbringen gerade ihre Urlaubstage in der Natur. In den Ferienwaldheimen in Weilimdorf, Feuerbach und Zuffenhausen ist einiges geboten.

Stuttgarter Norden - Dein Sommer wartet um die Ecke: So lautet das Motto der Arbeitsgemeinschaft Kinder-Stadtranderholung in Stuttgart. Um die Ecke heißt in diesem Fall in einem der 30 Waldheime in der Landeshauptstadt. Jährlich verbringen dort rund 8500 Kinder und Jugendliche einen Teil ihrer Ferien.

Im evangelischen Waldheim auf der Zuffenhäuser Schlotwiese sind bis zum 28. August wieder insgesamt 300 Mädchen und Buben den ganzen Tag in Aktion. Am Mittwoch konnten sich die Eltern, Freunde und Verwandte beim Familiennachmittag einen Einblick vom Waldheim-Alltag verschaffen. Es wurde gesungen, getanzt, Sport gemacht und gebastelt. Doch einige Aktionen und Eigenheiten mussten den Besuchern auch näher erläutert werden. Zum Beispiel warum es sein kann, dass sich ein Betreuer stundenlang am Kopf kratzt, auf einmal willkürlich anfängt Spenden zu sammeln oder wild durch die Gegend hüpft. „Er bekommt per Funkgerät von einem anderen Mitarbeiter gesagt, was er zu tun hat. Das ist ein Wettbewerb. Die Teilnehmer werden von den Kindern und Jugendlichen am Ende eines jeden Tages bewertet“, sagt Jugendreferent Manuel Blank und lächelt.

Spaß muss sein im Waldheim

Spaß muss sein. Das gelte natürlich vor allem für die Mädchen und Buben. In diesem Jahr sind zum ersten Mal auch zwei Kinder aus Flüchtlingsfamilien mit von der Partie. „Ich habe den Eindruck, dass dieses Geschwister-paar gerne hier ist“, sagt Blank. Auch wenn es noch kleine Sprachbarrieren zu überwinden gäbe, klappe die Integration schon sehr gut. „Wir freuen uns, dass die beiden Mädchen da sind.“

Seit einigen Jahren bietet das evangelische Waldheim auch Plätze für Kinder mit Behinderung an. „Egal, ob es sich um einen Autisten, jemanden mit Down-Syndrom oder mit leichten Verhaltensauffälligkeiten handelt: Wir schauen individuell, ob wir das leisten können. Alle Kinder sollen bei uns eine gute Zeit haben“, sagt Blank.

Im Lindental gibt es noch freie Plätze

Das gilt natürlich auch im evangelischen Waldheim Lindental Weilimdorf. Dort war am Dienstagnachmittag Fritzle, das Maskottchen des VfB Stuttgart zu Gast. Das Krokodil hatte ein straffes Programm vor sich: Gruppenfoto, Autogramme schreiben und dann noch ein Interviewtermin. Denn zustande gekommen war sein Besuch auf Initiative der Zeitungsgruppe des Waldheims. „Ich habe einfach direkt beim VfB angefragt und wir hatten Glück, dass es mit dem Termin gepasst hat“, sagt David Horndasch, der die Zeitungsgruppe leitet.

Horndasch ist einer von rund 60 Onkel und Tanten, wie die Betreuer im Lindental genannt werden. Sie kümmern sich während der zweiwöchigen Freizeiten um die gut 300 teilnehmenden Kinder. An den Vormittagen verbringen die Mädchen und Buben die meiste Zeit in einer der 20 Gruppen, die nach Alter aufgeteilt sind, erklärt Katherin Buitrago vom Leitungsteam des Waldheims. Nachmittags gibt es zudem verschiedene Angebote in sogenannten Neigungsgruppen. Dort wird jongliert, geschminkt, gekickt – oder eben eine Zeitung gemacht, die dann beim Abschlussfest der Freizeit verkauft wird. Neben Rätseln, Geschichten aus dem Lindental und Porträts der Betreuer wird die nächste Ausgabe auch ein Interview mit Fritzle enthalten.

Zweimal zwei Wochen lang wird im Lindental das Ferienwaldheim angeboten. „Für die erste Freizeit gab es eine Warteliste“, erzählt Katherin Buitrago. Für die zweite hingegen, die vom 24. August bis 5. September läuft, sind noch Anmeldungen unter www.fwh-lindental.de möglich.

Internationaler Besuch am Heimberg

Im Waldheim Heimberg in Feuerbach endet die diesjährige Ferienbetreuung der Arbeiterwohlfahrt an diesem Freitag. 73 Kinder haben das Angebot wahrgenommen. Rund 70 Prozent der Mädchen und Buben kamen aus Familien mit geringem Einkommen, die ein Anrecht auf eine städtische Bonuscard haben. Auch Kinder mit Behinderung und aus Flüchtlingsfamilien waren dabei.

Zum Abschluss der beiden Waldheimwochen war am Donnerstag noch die Staatssekretärin des Kultusministeriums Marion von Wartenberg zu Gast sowie sieben Jugendliche aus Mexiko, die im Rahmen des Projekts „InterCoolTour“ auch in Feuerbach Station machten. Jugendliche aus Mexiko und Deutschland arbeiten seit 2006 Hand in Hand. „Ziel ist es, die Persönlichkeitsentwicklung der Kinder, insbesondere auch aus benachteiligten Familien, zu fördern“, sagt der Jugendbildungsreferent der Arbeiterwohlfahrt Roland Bühler. „Mit spielerischen, altersgerechten Methoden erleben die Kinder kulturelle Unterschiede als Bereicherung. Die eigene kulturelle Herkunft als positive Ressource zu erleben, bestärkt sie in ihrer weiteren Entwicklung.“ Das sollte auch am vergangenen Donnerstag durch das Miteinander bei diversen Gruppenspielen geschehen.

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