Im Krieg schwer getroffen – jetzt Schauplatz Moskauer Russifizierungspolitik: die ukrainische Stadt Mariupol. Foto: Imago/SNA

Der Frontverlauf in der Ukraine soll nach EU-Willen Startpunkt für Verhandlungen mit Russland sein. Was denn sonst? Entscheidend wird, dass Putin seine Beute nicht behält.

Seit Donald Trump mal wieder Frieden mit Russland propagiert, geht es voran. Leider in die falsche Richtung. Auch wenn die Ukraine, die EU und das Vereinigte Königreich den US-Präsidenten absichtlich falsch verstehen und angeblich im Einklang mit Trump ebenfalls Verhandlungen mit dem russischen Kriegstreiber Wladimir Putin befürworten.

 

Trump folgt einer Scheinlogik

Nach europäischer Lesart wäre der aktuelle Frontverlauf Ausgangspunkt solcher Gespräche. Klar, schließlich wird niemand zuvor zum Rückzug blasen. Trump hingegen will Putin direkt Futter geben. Gemäß der naiven Scheinlogik: Der wird schon Ruhe geben, wenn er seine Beute behalten darf.

Knapp ein Fünftel des ukrainischen Staatsgebietes – was wäre das schon? Praktisch nichts für einen wie Trump, der Außen- und Sicherheitspolitik fahrlässig auf Kosten und finanziellen Ertrag reduziert.

Zwangspropaganda für Dreijährige

Tatsächlich aber geht es um sehr viel mehr als Land oder Bodenschätze. Um was genau, darüber reden Putins Statthalter in den besetzten Gebieten ganz ungeniert: Über die massenhafte Enteignung von Ukrainern wie in Mariupol, über russische Propaganda, der Hunderttausende ukrainische Kinder – beginnend bei Dreijährigen – tagtäglich in Kindergärten und Schulen unterzogen werden.

Knapp fünf Millionen Ukrainer dauerhaft einem Regime von Entrechtung, Folter, Russifizierung zu überlassen, ist keine Lösung. Denn dies wäre das Gegenteil von Frieden.