Die Formel-1-Legende Jochen Mass am Steuer eines Mercedes Typ S Foto: Dino Eisle/Daimler AG

Wenn an zwei Tagen 300 historische Sportwagen über die ehemalige Solitude-Rennstrecke rollen, schlägt das Motorsportherz höher. Perfekt ist das Glück, wenn man bei zwei Legenden auf dem Beifahrersitz Platz nehmen darf.

Stuttgart - Das hört sich nach einem Sonntagsausflug in einem alten, gepflegten Sportwagen an. „Ich fahre vorsichtig“, sagt die Rennsportlegende Eberhard Mahle. Dann weist einen ein Porsche-Mitarbeiter darauf hin, dass Mahle, 84, der seine Karriere 1954 in einem DKW auf der Solitude begann, unlängst wieder eine Oldtimer-Rallye gewonnen habe. Aus dem Sonntagsausflug wird wohl nichts. Ist ja auch Samstag.

Schon beim Einsteigen in den silberfarbenen Porsche 356 Carrera GT, Baujahr 1960, wird dem Durchschnittsfahrer klar, dass beim Rennsport weniger schon immer mehr war. Die Sitze sind schmal, Nackenstützen fehlen und die Vierpunktgurte, sagt Eberhard Mahle, seien erst später eingebaut worden. In der Hochzeit von Eberhard Mahles Rennkarriere, den 50er und 60er Jahren, haben die Piloten noch gehofft, sich im Falle eines Unfalls mit einem kühnen Sprung aus dem Wagen retten zu können.

Video: Eberhard Mahle im Porsche 356 Carrera GT

Bei der Steigung am Glemseck lässt es der ehemalige Formel-1-Pilot gemächlich angehen. Die Zündung mache Probleme, deshalb verzichte er auf den Kompressor, der dem Sieben-Liter-Motor 180 PS und ein elefantöses Gebrüll entlocken würde. Auf der Ebene gibt Jochen Mass der Kutsche die Sporen. Dass er den Wagen am Schatten die Kurven hinunterdriften lässt, versteht sich von selbst. Das ist er dem Publikum schuldig.

Fast hat man vergessen, wie schön Autofahrer sein kann. Zwei Meister des Rennsports haben einen daran erinnert.

Weitere Videos zum Solitude Revival finden Sie auch auf der Facebook-Seite des StN-Kolumnisten KNITZ: http://stn.de/knitz

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