Die Werferin Ann-Kathrin Stepniak war zwar gut in Form, konnte die Niederlagen der Reds aber auch nicht verhindern. Foto: Archiv Iris Drobny

Am finalen Spieltag der Softball-Bundesliga Süd geben die Stuttgart Reds den Titel aus der Hand – ein Nachteil für die folgenden Play-offs.

Familie Weil saß am gestrigen Sonntag im Auto – Ziel Udine in Italien. Dort findet noch die ganze Woche über das Turnier der jeweiligen Landesmeister statt. Für Deutschland tritt der amtierende Meister und Pokalsieger an, die Wesseling Vermins, für die Jennifer Weil spielt. Ihre jüngere Schwester Jessica wird aber ebenfalls ein Teil des Teams aus dem Rheinland sein. Sie ist als Gastspielerin mit von der Partie. Vielleicht hat die 18-Jährige Jessica Weil dann auch mehr Grund zum Jubeln als soeben mit ihrem Stammverein, den Stuttgart Reds. Nach zwei Niederlagen – 0:1 und 2:7 – am Samstag bei den Freising Grizzlies mussten die Stuttgarterinnen der Mannschaft aus Bayern die Meisterschaft in der Bundesliga Süd überlassen.

 

Verlegt wegen Schneefall

Bei den beiden „Endspielen“ um den Titel handelte es sich um Nachholspiele. Die ursprüngliche Ansetzung war im April gewesen, doch Schneefall hatte die Durchführung damals unmöglich gemacht. Vor dem jetzigen finalen Aufeinandertreffen hatten die Stuttgarterinnen die bessere Ausgangslage. Sie waren Tabellenführer. Ein Sieg am Doppelspieltag hätte gereicht, um den Titel aus dem Vorjahr zu verteidigen. „Doch irgendwie war in beiden Partien der Wurm drin“, sagt Markus Weil, der Coach der Reds-Frauen. In Spiel eins, das hochklassig gewesen sei, habe sein Team noch sehr gut mit gehalten. Vor allem die Pitcherin Ann-Kathrin Stepniak warf brillant und ließ nur einen Hit zu. Doch die Frauen des TV Cannstatt hatten auch ihre Schwäche am Schlag. „Wir haben einfach zu wenig getroffen und insgesamt, vor allem im zweiten Spiel, zu viele Fehler beziehungsweise Fehlwürfe gemacht, die untypisch für uns sind“, konstatiert Weil.

Dementsprechend mussten die Gäste vom Schnarrenberg mit ansehen, wie statt ihnen die Grizzlies die Meisterschaft feierten und nun eine bessere Ausgangsposition in den Play-offs haben. Sie treffen auf den Viertplatzierten der Bundesliga Nord, zudem haben sie stets Heimrecht. Letzteres haben die Stuttgarterinnen in der ersten Play-off-Runde am 14. und 15. September gegen den Nord-Dritten – vermutlich die Neunkirchen Nightmares – zwar auch. Setzten sich die Stuttgart Reds in der Best-of-Three-Serie aber durch, dann müssen sie die weiteren Begegnungen allesamt auswärts bestreiten.

Im Halbfinale war Endstation

Übrigens: In der Vorsaison war für die Reds im Halbfinale – was gleichbedeutend mit dem besten Abschneiden in der Geschichte der Softballerinnen war – Schluss. Damals waren die Emotionen im Hause Weil unterschiedlich. Jennifer, im Wesseling-Trikot, gewann gegen die Reds mit ihrer Schwester Jessica und ihrem Vater Markus. In der aktuellen Runde ist ein Aufeinandertreffen der Weils erst im Finale möglich. „Da müssen wir uns mächtig strecken; die Gegner aus dem Norden sind stark“, sagt Trainer Weil und schiebt schmunzelnd hinterher: „Nach den aktuellen Freising-Partien haben wir uns eingeschworen, sämtliche Fehler auf dem Platz gelassen zu haben und diese keinesfalls zu wiederholen.“

In dieser Woche ziehen die Weils indes aber alle an einem Strang. In Udine werden die Daumen für das Team aus Wesseling gedrückt – für das ausnahmsweise beide Weil-Schwestern auf Punktejagd gehen.