Marsimoto am Dienstagabend im Wizemann. Foto: Lichtgut/Christoph Schmidt

Rapper Marteria wird auf seiner aktuellen Tour ein letztes Mal zu Marsimoto: Bilder, Setlist und Kritik vom ausverkauften Konzert am Donnerstag im Wizemann in Stuttgart.

Eine überdimensionale grüne Maske als Bühnenbild, grüner Nebel und eine Lasershow – an diesem Abend steht im ausverkauften Wizemann alles auf Grün. Ein letztes Mal. Denn der deutsche Rapper Marteria nimmt mit seiner aktuellen Tour Abschied von seiner Kunstfigur Marsimoto. „Jetzt verschwindet Grün von dieser Erde“, singt er in seinem Song „Die Farbe Grün“ und verweist somit auf das Ende einer Ära.

 

Der Rostocker, der mit bürgerlichem Namen Marten Laciny heißt, verwandelt sich seit fast 20 Jahren mit seiner grünen Maske in sein Alter Ego Marsimoto. Auch im Wizemann tragen einige Fans die bekannte Maske. Während Laciny als Marteria mit einer Mischung aus Rap, Hip-Hop und Pop für die breite Masse singt („Lila Wolken“, „Kids“), verwandelt er sich als Marsimoto in eine futuristischere und düsterere Version seiner selbst. Marsimotos Musik zeichnet sich dabei durch eine Mischung aus Rap, elektronischen Klängen und experimentellen Beats aus, seine Texte triefen vor dystopischem Sarkasmus und drehen sich um Themen wie den Klimawandel, Gesellschaftskritik – und Cannabis.

Sohn Louis ist auch dabei

Ob das Ende von Marsimoto mit der Legalisierung von Cannabis zusammenhängt, ist reine Spekulation, Strophen wie „Back in the days, ich bau den nächsten Joint“ oder „Nur Marsianer dürfen rauchen“ haben durch die Gesetzesänderung in jedem Fall an Rebellionscharakter verloren. Vielleicht will der 41-Jährige aber auch einfach nur Platz für die nächste Generation machen. Zum Beispiel für seinen Sohn Louis. Vor zwei Wochen verkündete Laciny in einem Instagram-Post: „Doch das Schöne ist, immer wenn etwas endet, beginnt auch etwas Neues.“ Sohn Louis begleitet ihn auf der gesamten Tour und spielt den Support, die Stimme erinnert schon an Papa.

Bei seinem letzten Auftritt in Stuttgart zeigt Marsimoto noch einmal, was er drauf hat: Mit seiner typischen, hochgepitchten Stimme bringt er nicht nur Klassiker wie „Illegalize it“, sondern auch viele neue Songs aus seinem Album „Keine Intelligenz“ auf die Bühne. Der Titel spielt dabei subtil auf die Buchstaben KI und damit auf Künstliche Intelligenz an. Das Stuttgarter Publikum ist begeistert, streckt die Arme in die Luft und wippt im Takt der Musik. Die Halle ist komplett voll. Allen ist bewusst, dass diese eineinhalb Stunden der letzte Auftritt von Marsimoto in Stuttgart sind. Egal ob Frontrow oder hinten bei den Toiletten, die Fans saugen Lacinys Energie in sich auf, geben sie zurück, indem sie lautstark eine Zugabe fordern, die sie bekommen und verlassen etwas wehmütig den Saal, als auch wirklich der letzte Beat erklungen ist. Doch Hoffnung bleibt: Marteria gibt es ja noch.

Marsimoto – Setlist in Stuttgart

  • Grüner Samt
  • Washington P.C.
  • KI
  • My Big Fett Green Edding
  • Anarchie
  • Indianer
  • Colors
  • Die Farbe Grün
  • Rauchender Nils
  • Mushroom No. 5
  • Grünes Haus
  • Eine kleine Bühne
  • Wellness
  • Angst
  • Chilln
  • Illegalize It
  • Tijuana Flow
  • Absinth
  • Solang die Vögel zwitschern gibt’s Musik
  • Green Granada
  • Gaga
  • Greenstar