In Hirschlanden standen zwei Garagen in Flammen. Foto: Feuerwehr Ditzingen

In der Neujahrsnacht war nur eine Feuerwehr im Strohgäu besonders gefordert. Ein Garagenbrand in Ditzingen hätte böse enden können – wenn nicht die Anwohner Schlimmeres verhindert hätten.

Strohgäu - Wenn in der Neujahrsnacht die Bürger Raketen in die Luft jagen, sind die Feuerwehren mehr in Alarmbereitschaft als sonst. Insgesamt war es an Silvester aber ruhig im Strohgäu – nur ein Ort hatte eine unruhige Nacht: In Ditzingen rückte die Feuerwehr drei Mal aus – auch zu einem Garagenbrand. In zwei Fällen verhinderten die Anwohner Schlimmeres: Sie löschten selbst, bis die Wehr eintraf.

Mit Wasser und Pulver

Zu einem Einsatz, der eineinhalb Stunden dauerte, fuhr die Ditzinger Wehr gegen 1.07 Uhr. In der Hohe Straße im Stadtteil Hirschlanden geriet ein überdachter Garagenanbau in Brand, wenig später loderten die Flammen auch in der Doppelgarage. Die Einfamilienhäuser links und rechts davon blieben weitgehend verschont – weil die Anwohner schnell und richtig reagierten. Laut des Abteilungskommandanten platzte lediglich eine Fensterscheibe, und ein Rollladen schmolz. „Es war hilfreich, dass die Anwohner mit einem Pulverlöscher und einem Gartenschlauch dafür sorgten, dass die Flammen nicht auf die Häuser übergriffen“, sagt Andreas Häcker.

Die 35 Feuerwehrleute schoben ein Auto aus der Garage, löschten den Brand endgültig und kühlten das Haus. Zudem öffneten sie die Wärmedämmung der Nachbargebäude, um weitere Glutnester auszuschließen. Verletzt wurde keiner. Laut der Polizei entstand ein Schaden von 30 000 Euro. Die Brandursache sei noch unklar. Häcker hält es „angesichts der Uhrzeit“ für denkbar, dass ein Feuerwerkskörper schuld gewesen sein könnte.

Erster Löschversuch lohne immer

Der Experte betont, dass man bei einem Brand stets auch selbst handeln solle. „Es ist wichtig, erste Schritte einzuleiten. Ein erster Löschversuch lohnt sich immer“, sagt Andreas Häcker. Außer zunächst den Notruf zu wählen, solle man Anwohner warnen. Feuer im Freien lasse sich etwa mit Wasser löschen oder zumindest eindämmen. Auch solle man Gasflaschen und andere brennbare Gegenstände wegbringen. Bei Rauch und Feuer in Räumen helfe es, die Türen zu schließen. Hier gilt es laut Häcker aber vor allem, sich vor dem gefährlichen Rauch zu schützen. Insgesamt, sagt Häcker, kriege die Feuerwehr „viele Kleinstbrände“ in der Neujahrsnacht gar nicht mit. Die Menschen seien wach und griffen daher meist erfolgreich ein.

Rasenmäher raucht

Auch beim nächsten Einsatz hatte sich ein Anwohner schon mit Wasser geholfen: In der Ritterstraße in Schöckingen brannte ein Aufsitzrasenmäher – während des Einsatzes in Hirschlanden. Die Feuerwehr kontrollierte letztlich nur noch, ob der Brand tatsächlich gelöscht war. Auch hier vermutet der Abteilungskommandant Häcker Feuerwerkskörper als Ursache. Kurz nach Mitternacht war die Wehr bereits in die Kernstadt ausgerückt: In der Weilimdorfer Straße schrillte der Rauchmelder im angebauten Traforaum eines metallverarbeitenden Betriebs. Es war jedoch falscher Alarm, ausgelöst wohl wegen des Rauchs der Feuerwerkskörper draußen.

Brennende Reste von Feuerwerkskörpern lösten gegen 1.09 Uhr einen Feuerwehreinsatz in Hemmingen aus. Laut des Vize-Kommandanten Timo Jesse rückten sieben Mitglieder in die Freiherr-von-Varnbüler-Straße aus. Dort löschten sie einen Mülleimer. Dagegen blieb es in Gerlingen und Korntal-Münchingen ruhig. Die Zahl der Feuerwehreinsätze hier: null.

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