Der Rapper Snoop Dogg hatte nach seinem Konzert am Dienstag in Stuttgart Schwierigkeiten, wegzukommen. Foto: Steffen Schmid

Nach dem viel zu kurzen Snoop-Dogg-Konzert am Dienstag in Stuttgart waren viele Fans verärgert. Die Polizei musste schließlich dafür sorgen, dass der Rap-Star nach der Show überhaupt abfahren konnte.

Stuttgart-Nord - Die Polizei hat nach dem Konzert von US-Rapper Snoop Dogg am Dienstag auf der Freilichtbühne Killesberg in Stuttgart-Nord aufgebrachte Fans beruhigen müssen. Der Rapper war nur etwa 50 MInuten lang aufgetreten.

Wie Polizeisprecher Jens Lauer am Mittwoch sagte, habe eine Traube von Anhängern des Stars nach der Show dessen Tourbus umzingelt. "Der hätte so gar nicht losfahren können", so Lauer. Die Polizei, die sich laut Lauer rund um das Konzert eher im Hintergrund gehalten habe, habe daraufhin etwas mehr Präsenz zeigen müssen.

Fans sollen "cool bleiben"

Viele der rund 50 bei der Veranstaltung eingesetzten Beamten seien nach dem Konzert gebündelt worden, um dem Rapper das Fortkommen zu ermöglichen. "Die Lage war schon aufgeheizt, aber wir haben den Fans gesagt, sie sollen cool bleiben", sagte Jens Lauer. So hätten die Beamten verhindert, dass die Lage eskaliert.

Frust auch auf Facebook

Auch auf Facebook äußerten sich im Nachhinein einige Fans enttäuscht darüber, dass Snoop Dogg nur so kurz autrat: "50 Minuten, da sind ihm seine Fans ja sehr viel Wert. Ohne seine Fans ist ein Künstler gar nichts, hat was mit Respekt zu tun", kommentierte ein Anhänger. Andere wiederum fanden es nicht so schlimm, dass die Show so kurz ausfiel. "Wer sich ein bisschen in der Szene auskennt, weiß, dass Snoop Dogg NIE länger als 50 Minuten auftritt", hieß es in einem anderen Post. Wieder andere legten den Stuttgarter Fans nahe, dankbar zu sein, dass der Gangster-Rapper überhaupt kam: "Ihr könnt froh sein, dass so ein Welt-Star überhaupt auf so 'ner kleinen Bühne aufgetreten ist!"

76 mal Betäubungsmittel

Insgesamt verzeichnete die Polizei im Rahmen des Rap-Konzerts hauptsächlich Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz - ganze 76 an der Zahl. In 72 Fällen ging es um Marihuana, in drei Fällen um Haschisch, in einem Fall um Amphetamine. Das hatten die Beamten nicht anders erwartet, wie Sprecher Jens Lauer sagte: "Der Snoop ist ja bekannt dafür, dass er sich für Marihuana einsetzt."

Fans rauchten offensichtlich

Überrascht habe die Polizisten allerdings, wie unbedarft und offensichtlich viele Fans ihrem Marihuana-Konsum frönten. "Viele denken wohl, auf so einem Konzert ist das alles ein bisschen lockerer. Aber es geht hier immer noch um eine Straftat und keine Ordnungswidrigkeit", sagte Lauer. Insgesamt beschlagnahmten die Beamten 85 Joints, 46 Gramm Marihuana und geringe Mengen Amphetamine.

Marihuana im Tourbus

Gangster-Rapper Snoop Dogg selbst sei nicht durchsucht worden. Lediglich im Tourbus habe man geringe Mengen Marihuana und Haschisch gefunden. "Wir konnten es aber niemandem zuordnen", sagte Polizeisprecher Lauer. Die Drogen wurden beschlagnahmt. Unterm Strich zieht die Polizei eine positive Bilanz des Snoop-Konzerts - schlimmere Zwischenfälle habe es nicht gegeben. "Wir hatten eine Körperverletzung und zwei Fälle von Hausfriedensbruch, wo welche über den Zaun auf das Gelände gestiegen sind. Das ist gar nichts für eine solche Veranstaltung", resümierte Sprecher Jens Lauer.

Heiß begehrte Tickets gestohlen

Ein 17-jähriger Fan konnte am Konzert der Rap-Legende nicht teilnehmen. Seine beiden Tickets sind ihm zuvor gestohlen worden.

Wie die Polizei berichtet, war der junge Mann gegen 19 Uhr in Stuttgart-Hedelfingen auf dem Weg zum Konzert , als ihn ein bislang unbekannter Täter von hinten umklammerte und versuchte, seine Umhängetasche wegzureißen. Da der 17-Jährige den Riemen der Tasche festhielt, öffnete der Unbekannte den Reißverschluss der Tasche und zog die Konzertkarten heraus. Der Täter floh dann mit den heiß begehrten Tickets in unbekannte Richtung.

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