Das Foto zeigt Michael Jackson bei einem Auftritt am 24. Februar 1988 in Kansas City (US-Bundesstaat Missouri). Foto: AP

Michael Jackson starb am 25. Juni 2009. Seine Musik und sein Tanzstil sind unsterblich. Einen seiner legendären Dance Moves – den „Anti-Gravity-Lean“ – haben indische Forscher jetzt genauer unter die Lupe genommen.

Chandigarh/Stuttgart - Michael Jacksons Dance Moves sind ebenso legendär wie seine Musik. Tanzschritte wie der „Moonwalk“, „Crotch Grab“ , „The Robot“, „Spin“ oder „The Thriller Dance“ scheinen den Gesetzen der Schwerkraft zu trotzen.

Im Musikvideo zu seinem Song „Smooth Criminal“ von 1987 gelang Michael Jackson eine Tanzbewegung, die physikalisch eigentlich unmöglich ist. In einem 45-Grad-Winkel lehnt sich der 2009 verstorbene „King of Pop“ bei diesem Dance Move gerade nach vorne. Sein Körper ist so steif wie eine Besenstiel, der Schwerpunkt wird weit vor die Fußspitzen verlagert.

Jackson zeigte seine „magische Vorwärtskippe“ sogar in Live-Konzerten. Forscher des Instituts für Medizinische Forschung im indischen Chandigarh haben jetzt untersucht, wie dem Sänger dieser berühmte „Anti-Gravity Lean“ gelingen konnte.

Dass Jackson dabei auf einen technischen Trick zurückgriff, ist seit langem bekannt. Der Pop-Star verwendete einen Spezialschuh, „der in der Ferse einen dreikantigen Schlitz besaß“, schreiben die Neurochirurgen um Manjul Tripathi, Nishant Yagnick und Sandeep Mohindrark in der Fachzeitschrift „Journal of Neurosurgery: Spine“

Die v-förmig eingeschnittenen Absätze waren in Metallstifte am Boden eingehakt, die für die Zuschauer nicht sichtbar waren. Jackson ließ sich den „Anti-Gravity-Lean“ mittels der Spezialschuhe sogar patentieren (United States Patent Number 5,255,452 vom 26. Oktober 1993).

Doch Special Effects allein genügten nicht, fanden die Wissenschaftler heraus. „Mehrere Michael-Jackson-Fans, darunter auch die Autoren der Studie, haben versucht, die Bewegung zu imitieren, und sind dabei gescheitert. Viele Versuche endeten auch mit Verletzungen“, schreiben sie. Selbst Tänzer mit großer Rumpfkraft würden nur ein Maximum von 25 bis 30 Grad Neigung erreichen.

Für die Tanzpose – „Lean“ genannt – brauche es die körperliche Fitness eines Top-Athleten mit straken Bauch- und Rückenmuskeln. Vor allem die Fußknöchel sind demnach extrem gefährdet, da auf sie starke Zugkräfte einwirken. „Es ist nicht einfach nur ein simpler Trick. Diese Bewegung ist unglaublich schwer durchzuführen“, betonen die Forscher.

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