Vernetzte Leuchten lassen sich einfach und komfortabel über ein Lichtmanagementsystem steuern. Foto: TRILUX

Durch die Integration von Internet-of-Things (IoT)-Bausteinen in das Beleuchtungsnetz wird dieses schnell zum Alleskönner. Uwe Graf, General Manager der Business Unit „Lighting Solutions & Services“ bei TRILUX, dem deutschen Marktführer für technisches Licht, zeigt die Potenziale.

Stuttgart - Ob Deckenleuchte im Büro oder Straßenlaterne an der Hauptverkehrsstraße – Licht ist nahezu überall. Durch die Vernetzung der Leuchten über ein Lichtmanagementsystem und die Anbindung an die Cloud entsteht ein intelligentes Netzwerk, über das sich die Beleuchtung einzigartig effizient und komfortabel steuern und überwachen lässt. Aber nicht nur das! Die smarte vernetzte Beleuchtung bietet auch die perfekte Infrastruktur für IoT-Anwendungen. Denn sie liefert erstens den für den Betrieb der IoT-Bausteine erforderlichen Strom. Und zweitens erfolgt auch die Datenkommunikation der IoT-Bausteine über das bereits fertig installierte Beleuchtungsnetzwerk.

Kurz: Ist die Beleuchtung smart, müssen für IoT-Applikationen keine neuen Strom- bzw. Datenleitungen gezogen oder Netzwerkstrukturen aufgebaut werden, da alles bereits über das Beleuchtungsnetzwerk vorhanden ist. Damit wird eine smarte Beleuchtung „nebenbei“ zum Treiber der Digitalisierung.

IoT-Schnittstellen – offen für alles, was kommt

Am einfachsten werden die IoT-Bausteine über standardisierte Schnittstellen in das Beleuchtungsnetzwerk integriert. „Unsere Smart Lighting Ready SLR-Leuchten besitzen ein bis zwei offene Schnittstellen (Zhaga), die sich flexibel mit IoT-Modulen bestücken lassen. Damit bieten sie die Zukunftsfähigkeit, die eine moderne Beleuchtung auszeichnet“, erklärt Uwe Graf von TRILUX.

Bereits heute gibt es eine Vielzahl schlüsselfertiger IoT-Komponenten im Portfolio, die sich einfach „huckepack“ über die Beleuchtung umsetzen lassen. Dazu zählen beispielsweise Umweltsensoriken, Kameras zur Überwachung sensibler Bereiche, interaktive Displays, Lautsprecher und Ladestationen für die Elektromobilität.

Leuchte oder Ladestation? Natürlich beides! Durch den cleveren modularen Aufbau lassen sich IoT-Module harmonisch in die ConStela Lichtstele integrieren.

Location Based Services – mit IoT ganz nah am Nutzer

Eine weit verbreitete IoT-Anwendung, die sich perfekt über die Beleuchtung umsetzen lässt, sind die so genannten Location Based Services, also ortsabhängige Dienste. Das Prinzip ist relativ einfach: Ein Sender (Beacon) in den Leuchten sendet kontinuierlich ein Bluetooth-Signal mit geringer Reichweite aus, das von Smartphones oder Tablets in der Nähe automatisch aufgefangen wird. Betritt ein Nutzer mit seinem Handy und der entsprechenden App den Sendebereich, löst das Signal eine bestimmte Aktion aus. Geschäfte in der Nähe können Passanten beispielsweise Push-Nachrichten auf ihr Handy schicken, um sie über Sonderangebote zu informieren und so in den Laden zu locken (Proximity Marketing).

Auch im Stadtmarketing wird das Prinzip eingesetzt, etwa um touristische Informationen zu den Sehenswürdigkeiten auszuspielen, um über Öffnungszeiten zu informieren etc.

Gewusst wo – Dinge mit Asset Tracking finden

Ein Spezialfall der Location Based Services ist das so genannte Asset Tracking, mit dem sich wertvolle bewegliche Güter im Gebäude oder auf dem Betriebsgelände lokalisieren lassen. Typische Anwendungen sind teure medizinische Geräte, Gabelstapler oder Beamer. Beim Asset Tracking werden die Sender nicht in die Leuchten, sondern in die beweglichen Gegenstände integriert. In den Leuchten dagegen sitzen die Empfänger. Zudem ist die Position jeder einzelnen Leuchte auf einem digitalen Gebäudeplan verzeichnet. Gelangt nun der Gegenstand mit seinem Sender in den Erfassungsbereich einer Leuchte mit Empfänger, wird seine Position automatisch auf dem digitalen Gebäudeplan angezeigt. Und schon hat das ärgerliche Suchen ein Ende.

Noch einen Schritt weiter geht das Geofencing. Dabei wird die Position der Gegenstände genau wie beim Asset Tracking überwacht. Zusätzlich sendet das System jedoch einen Alarm, sobald der bewegliche Gegenstand einen vordefinierten Aufenthaltsbereich verlässt. Motto: Mitnehmen verboten.

Zukunft voraus – Referenzen aus der Praxis

Die Anwendungsmöglichkeiten für smarte IoT-Beleuchtungsnetzwerke sind nahezu unbegrenzt und hängen eng von der Branche, den individuellen Zielen und den Rahmenbedingungen vor Ort ab.

Lesen Sie hier: Beleuchtung? Aber bitte mit Zukunft! – Teil 1

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