Intelligentes Licht kann mehr als nur beleuchten. Foto: TRILUX

Wie LED, Lichtmanagement und IoT die Spielregeln neu schreiben: die Beleuchtung von morgen kann weit mehr als nur „Licht“. Worauf es heute schon ankommt, erklärt Uwe Graf, General Manager der Business Unit „Lighting Solutions & Services“ bei Trilux.

Stuttgart - LED ist alternativlos. Aber erst der Anfang. Im Vergleich zu klassisch konventionellen Beleuchtungslösungen benötigen moderne LED-Beleuchtungssysteme nur einen Bruchteil der Energie zur Lichterzeugung.

Bereits durch einen einfachen Umstieg auf die LED-Technologie lassen sich die Betriebskosten um bis zu 67 Prozent reduzieren. Damit wird die Wirtschaftlichkeit zu einem der stärksten Treiber der LED-Transformation. Dennoch sollten Unternehmen nicht vorschnell auf irgendein LED-System umsteigen, um die Investitionskosten so gering wie möglich zu halten, sondern die verschiedenen technologischen Optionen sorgfältig abwägen. Denn die Wahl der richtigen LED-Technologie ist nicht nur entscheidend für die Lichtqualität und Lebensdauer – sie legt auch die Basis für eine Vielzahl weiterer Möglichkeiten, etwa in Hinblick auf die Steuerung, Vernetzung, Cloud-Anbindung und IoT-Fähigkeit (Internet of Things). Damit ist sie eine zentrale Stellschraube für die Zukunftsfähigkeit des gesamten Systems.

 

Dimmen ist schlauer als schalten – von Sensoriken zum Lichtmanagement

Obwohl das Licht selbst immer nach demselben Prinzip erzeugt wird, ist LED längst nicht gleich LED. Technologisch betrachtet haben Anwender unter anderem die Wahl zwischen schaltbaren LEDs und dimmbaren LEDs. Zwar lassen sich beide Lösungen problemlos mit Sensoriken kombinieren. Aber während schaltbare LEDs einfach nur zwischen dem Betriebszustand „An“ und „Aus“ wechseln können – was für den klassischen Präsenzmelder reicht – lassen sich dimmbare Lösungen auch präzise bedarfsgerecht dimmen. Das ermöglicht weitere energiesparende Anwendungen wie die Konstantlichtregelung, bei der Sensoriken das vorhandene Tageslicht im Raum messen und die Beleuchtung nur die fehlende Lichtmenge zusteuert, um das gewünschte Beleuchtungsniveau zu erreichen.

Noch mehr Möglichkeiten bietet die Beleuchtung, wenn sie über ein Lichtmanagementsystem wie LiveLink zu einem Netzwerk zusammengeschlossen wird. Durch ein Lichtmanagement mit intelligenter Sensorsteuerung lässt sich der Energieverbrauch im Vergleich zu ungeregelten Systemen noch einmal um bis zu 85 Prozent reduzieren. Voraussetzung dafür sind IoT- und netzwerkfähige Leuchten – bei TRILUX die so genannten „Smart Lighting Ready“ (SLR)-Lösungen.

Steuern, analysieren und überwachen – die Chancen in der Cloud

Durch die Vernetzung und Anbindung an die Cloud lässt sich das Beleuchtungsnetzwerk einzigartig komfortabel steuern und überwachen. Auf einem digitalen Gebäudeplan ist jeder einzelne Lichtpunkt hinterlegt. Die Punkte können flexibel gruppiert und wahlweise automatisch oder manuell angesteuert werden, etwa um das Dimmniveau oder die Lichtfarbe zu verändern. Zudem wird jeder einzelne Lichtpunkt in Echtzeit überwacht, beispielsweise Betriebsstatus, Energieverbrauch, Gesamtbrenndauer und Schaltungshäufigkeit. Das erhöht die Transparenz und legt die Basis für innovative Wartungskonzepte wie Predictive Maintenance, bei der die Wartungsarbeiten an den realen Bedarf angepasst werden und nicht in starren Intervallen ablaufen.

Auch der Komfort für die Nutzer steigt: Man kann die Beleuchtung über eine Anwender-App steuern und bestimmte Lichtszenen im Raum abspeichern und abrufen, beispielsweise Licht für das Team-Meeting, für Computerarbeit oder eine entspannte Mittagspause.

Eine praktische Sache ist zudem die automatische Steuerung per App, also „Licht an“ (und zwar das individuelle „Lieblingslicht“), wenn ein Nutzer mit registriertem Smartphone den Raum betritt, „Licht aus“, wenn er ihn wieder verlässt. So muss nie wieder jemand den Lichtschalter suchen oder lässt versehentlich das Licht brennen.

 

Aufgaben „beyond lighting“ – wer LED sagt, sollte auch IoT denken

Eines der größten Zukunftspotenziale der Beleuchtung liegt jedoch „beyond lighting“, also jenseits der Beleuchtungsaufgaben. Denn eine technologisch entsprechend ausgelegte Beleuchtung kann als flexible Infrastruktur für IoT-Anwendungen genutzt werden.

Die zukunftsfähigen Lösungen von Trilux besitzen dafür offene Schnittstellen, über die sich „schlüsselfertige“ IoT-Module in das Beleuchtungsnetzwerk integrieren lassen. Dabei stellt die Beleuchtung sowohl die Stromversorgung, als auch die Leitungen zur Datenkommunikation zur Verfügung. IoT-Anwendungen können so schnell und einfach, ohne Risiko oder Umbaumaßnahmen umgesetzt werden. Die Anwendungsmöglichkeiten sind enorm und reichen von CO2-Sensoriken zur Messung der Luftqualität über Kameras und Bildschirme bis hin zu Location Based Services, mit denen sich Güter überwachen oder ortsabhängige Nachrichten verschicken lassen.

Eine zukunftsfähige Beleuchtung spendet also nicht nur hochwertiges und energieeffizientes Licht. Sie wird gleichzeitig zum Teil und Treiber der Digitalisierung – und damit zu einem wichtigen unternehmerischen Erfolgsfaktor. Besonders entspannend dabei: Wer nicht gleich das „volle Programm“ umsetzen möchte, kann die Beleuchtung im ersten Schritt auch ohne Lichtmanagement, Cloud und IoT mit SLR-Leuchten einfach nur auf die LED-Technologie umstellen – und das System zu einem späteren Zeitpunkt über die offenen Schnittstellen vernetzen und für IoT-Anwendungen nutzen.

Und der wird jedoch vermutlich nicht lange auf sich warten lassen, denn viele der „Zukunftsanwendungen“ werden bereits heute in den unterschiedlichsten Branchen und Bereichen eingesetzt.

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