In Slowenien ist am Sonntag gewählt worden. Foto: AP

Alle Umfragen sahen Sloweniens Staatsoberhaupt Pahor bereits klar wiedergewählt. Doch es kam anders. Jetzt muss er in die Stichwahl. Sein Gegner wird ein unabhängiger Politneuling sein.

Ljubljana - Sloweniens seit fünf Jahren amtierendes Staatsoberhaupt Borut Pahor hat die Präsidentenwahl am Sonntag klar gewonnen. Weil Pahor jedoch die erwartete absolute Mehrheit verfehlte, muss er in drei Wochen noch in einer Stichwahl antreten. Auf Pahor entfielen gut 47 Prozent der abgegebenen Stimmen, teilte die staatliche Wahlkommission nach Auszählung fast aller Stimmzettel mit. Sein Herausforderer in der Stichwahl ist der Bürgermeister der Kleinstadt Kamnik, Marjan Sarec, der knapp 25 Prozent errang.

Der 53-jährige Amtsinhaber, der als Sozialdemokrat zwischen 2008 und 2012 schon Regierungschef des kleinen Alpen-Adria-Landes war, trifft auf den Journalisten und Schauspieler Sarec, der als unabhängiger Kandidat noch neu auf der politischen Bühne ist. Er war angetreten, um das seit zweieinhalb Jahrzehnte festgefügte Politspektrum des Euro- und Schengenstaates Slowenien aufzubrechen. Bevor er vor sieben Jahren Bürgermeister wurde, hatte er sich einen Namen als TV-Komiker gemacht, der sein Publikum mit der Imitation führender Politiker im Land zum Lachen brachte.

Pahor gilt in der voraussichtlichen Stichwahl einmal mehr als großer Favorit. Allerdings hatten heimische Medien ihm angelastet, seinen Wahlkampf ohne echte politische Themen „trivialisiert“ zu haben. Pahor war über 700 Kilometer durch das kleine Land gewandert, um zu den Bürgern einen direkten Kontakt aufzubauen.

Die Wähler zeigten sich bei der Wahl nun allerdings weitgehend uninteressiert. Während vor fünf Jahren 48 Prozent der 1,7 Millionen Wähler ihre Stimme abgegeben hatten, waren es am Sonntag nur 42 Prozent - ein neuer Negativrekord. Pahor konnte am Sonntag vor allem bei älteren Menschen mit mäßiger Bildung punkten, wie erste Wähleranalysen des nationalen Fernsehens zeigten. Sein Herausforderer sprach demnach vor allem Jüngere und besser Gebildete an.

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