DAZN kann seinen Nutzern derzeit fast keine Live-Inhalte mehr anbieten. Foto: imago images/MIS/Bernd Feil

Die Sportwelt befindet sich durch das Coronavirus derzeit weitestgehend im Stillstand. Dies schlägt sich natürlich auf das Angebot verschiedener Pay-TV-Sender nieder. Welche Möglichkeiten bleiben da dem Kunden?

Stuttgart - Die Corona-Krise hat die Welt des Sports nahezu komplett im Griff. In Europa finden in den wichtigsten Sportarten keine Wettkämpfe mehr statt, viele Saisons sind unter- oder abgebrochen. Besonders hart trifft das nicht nur die Sportler, Vereine und Verbände, sondern auch Fernsehanstalten, die sich fast ausschließlich durch Abo-Einnahmen und Werbung finanzieren.

Pay-TV-Anbieter wie Sky, DAZN und Magenta können ihren Kunden keine sportliche Live-Berichterstattung mehr bieten, weil keine Spiele und Events mehr stattfinden. Sky und DAZN bieten deshalb vermehrt dokumentarisches Material oder Aufzeichnungen früherer Sportereignisse an. Dadurch drängt sich die Frage auf, ob die Preise für die jeweiligen Abonnements noch gerechtfertigt sind oder ob Kunden nun auf Entschädigungen pochen können.

Sky bittet um Geduld

Der älteste Sportsender im deutschen Pay-TV ist Sky. Er hält derzeit unter anderem die Rechte für die Bundesliga und die Premier League sowie die Handball-Bundesliga. Alle drei Wettbewerbe sind derzeit unterbrochen. Bezüglich möglicher Entschädigungen hält sich das Unternehmen allerdings noch zurück. „Es ist eine sehr dynamische Situation, und wir arbeiten eng mit unseren Vertragspartnern zusammen, um die Auswirkungen zu verstehen“, teilte der Sender auf SID-Anfrage mit. „Bis dahin können wir nicht sagen, was für unsere Kunden angemessen sein wird.“

Sky Sports stehe „im engen Austausch mit all seinen Partnern, um die Auswirkungen auf den jährlichen Sportkalender besser einschätzen zu können“, sagte Raynaud weiter. „Wir sind uns bewusst, dass sich die Situation schnell entwickelt und arbeiten mit Hochdruck daran, auch weiterhin unsere Leistungen für alle unsere Kunden erbringen zu können.“

Monatsabonnenten bei DAZN im Vorteil

Sky-Konkurrent DAZN dürfte die aktuelle Situation noch schwerer treffen, denn der Streaminganbieter hat nicht wie Sky noch weitere Standbeine im Entertainmentbereich. Zudem ist DAZN für viele Kunden monatlich kündbar. Nutzer mit einem Monats-Abo können deshalb nun eine Vier-Monats-Pause einlegen oder einfach direkt kündigen und zu einem beliebigen Zeitpunkt wieder einsteigen.

Anders sieht es jedoch für Kunden mit einem Jahres-Abo aus. Sie zahlen zwar verhältnismäßig weniger, kommen aus ihrem Angebot jetzt aber auch nicht heraus. „Ein Jahresabo kann nicht pausiert werden“, heißt es von Seiten des Unternehmens.

Telekom leitet Rückerstattungen ein

Am kulantesten auf die Corona-Krise reagiert hat bisher die Telekom, die ihren Kunden mit Magenta-Sport die Basketball-Bundesliga und die Deutsche Eishockey-Liga sowie die Dritte Liga im Fußball präsentiert. Weil nahezu der komplette Sport durch Absagen stillsteht, „können wir leider den Fans und unseren Magenta-Sport-Kunden nicht wie gewohnt packenden Live-Sport zeigen“, sagte Sponsoring-Chef Henning Stiegenroth. „Daher werden wir allen Magenta-Sport-Kunden zunächst den Abopreis für einen Monat erstatten. Sollte sich die Entwicklung fortsetzen, werden wir auch danach selbstverständlich eine faire Lösung für die Kunden finden.“

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