Auch in der Saison 2026/27 bietet Russ Klassik vier Klassikreihen und will ein großes Publikum ansprechen. Die großen Namen der Musikwelt sollen dabei helfen.
Auch in der neuen Konzertsaison setzt die SKS Russ auf eine Mischung aus Bewährtem und Neuem. Viele der Solisten, Ensembles und Orchester waren bereits mehrfach in Stuttgart zu erleben, einige werden sich zum ersten Mal hier präsentieren.
Zu letzteren gehört der Klaviershootingstar aus Japan, Hayato Sumino. Auf Youtube, wo er unter dem Namen „Cateen“ bekannt ist, hat der Wuschelkopf rund 1,5 Millionen Follower, in seinen Videos verbindet er klassische Werke mit Improvisation, Jazz-Elementen und eigenen Arrangements und spricht damit ein deutlich jüngeres Publikum an als die traditionelle Klassikszene. Ob das zu seinem Konzert in der Meisterpianistenreihe in den Beethovensaal kommen wird?
Premiere mit dem Isländer Víkingur Ólafsson
Nach seinem erfolgreichen Debüt im letzten Jahr wird mit Lukas Sternath ein weiterer Jungstar in der renommierten Reihe gastieren, die ansonsten mit bewährten Kräften wie Grigory Sokolov, Fazil Say, Rudolf Buchbinder und Seong-Jin Cho aufwartet.
Dazu kommen das brillante Brüderduo Lucas & Arthur Jussen und – eine Premiere in der russ´schen Reihe - der Isländer Víkingur Ólafsson. Ein weiterer Klavierabend findet außerhalb des Zyklus’ statt und ist schon ausverkauft: klar, das des chinesischen Überfliegers am Klavier, Lang Lang.
Die Kammermusikreihe im Mozartsaal startet mit dem wohl vom Stuttgarter Publikum meistgeliebten Streichquartett: dem französischen Quatuor Ébène, das sich an diesem Abend dem Schaffen Ludwig van Beethovens widmen wird. Zu den (alten) Bekannten gehören auch das Henschel Quartett, das Amatis Trio, das Bennewitz Quartet und das Pavel Haas Quartet aus Tschechien, wieder eingeladen wurde, nach seinem fulminanten Debüt 2024 - „Wie von einem anderen Stern“, titelte unsere Kritikerin -, das junge Leonkoro Quartet, das ausschließlich Werke in Moll von Beethoven, Schostakowitsch und Schubert im Gepäck hat.
Sein Debüt in der Reihe gibt das norwegische Quartett OPUS13, das sich nach Mendelssohns a-Moll Quartett benannt hat, dem ersten Werk, das die Musiker gemeinsam erarbeitet haben – und in Stuttgart auch spielen werden. Ebenfalls zum ersten Mal gastiert das in London gegründete Fibonacci Quartet: warum sich die Vier nach einem Mathematiker benannt haben?
Wie immer bunt durchmischt ist das Programm der Reihe Faszination Klassik, die mit einigen Starsolisten aufwartet. Dazu gehört neben dem litauischen Akkordeonisten Martynas Levickis der Geiger Nemanja Radulovic, der mit seinem Ensemble Double Sens Vivaldis berühmte „Die Vier Jahreszeiten“ gegen den Strich bürsten wird. Zur selben Kategorie zählt auch der Geiger Joshua Bell, der schon wiederholt das Stuttgarter Publikum als Solist wie auch als Leiter der Academy of St Martin in the Fields beeindruckt hat. Ebenso Stargeiger und Dirigent in Personalunion ist Daniel Hope, der im Dezember das Publikum zusammen mit dem Belgrader Kammerorchester mit vorweihnachtlichen Klängen beglücken möchte.
Westliche Sinfonik mit japanischer Schlagzeugkunst bringt das Waseda Symphony Orchestra Tokyo zusammen, ehe Christina Pluhars Barockensemble L´Arpeggiata und der Tenor Rolando Villazón die Reihe im Mai beschließen; der Abend wird sich dem Orpheus-Mythos widmen.
Die repräsentative Reihe der Meisterkonzerte wartet mit insgesamt acht Konzerten von November bis Juni auf. Zum Auftakt gibt es gleich einen großen Namen: die Cellistin Sol Gabetta. Begleitet vom Finnish Radio Symphony Orchestra dürfte sie mit Elgars hochromantischem Cellokonzert für Entzücken sorgen. Ihr folgt mit Julia Fischer eine der bekanntesten deutschen Geigensolistinnen, begleitet wird sie von einem der besten französischen Klangkörper, dem von Cristian Măcelaru geleiteten Orchestre National de France. Der Pianist Giorgi Gigashvili, der im vergangenen Jahr einen sensationellen Klavierabend gegeben hat, wird zusammen mit dem SWR Symphonieorchester bei Robert Schumanns Klavierkonzert wieder in Stuttgart zu hören sein, während sich sein Tastenkollege Jan Lisiecki Sergej Prokofjews hoch virtuoses Klavierkonzert Nr. 2 vorgenommen hat. Begleitet wird er vom Royal Philharmonic Orchestra.
Vielversprechende Meisterkonzerte
Und auch die anderen Solisten in der Reihe der Meisterkonzerte zählen zur Premiumliga: der Pianist Alexander Malofeev, der mit dem Bergen Philharmonic Orchestra gastiert, und natürlich die Geigerin Hilary Hahn, die mit dem London Philharmonic Orchestra Mendelssohns berühmtes Violinkonzert spielen wird. Den Abschluss der Reihe hat die SKS Russ dem von Joana Mallwitz geleiteten Konzerthausorchester Berlin anvertraut, Gautier Capuçon ist der Solist in Dvořáks Cellokonzert.
Einige Sonderkonzerte runden das Programm ab: neben Lang Lang werden u.a. die Bläser von German Brass, das Vokalensemble VOCES8 und die Hanke Brothers zu hören sein – letztere zu Silvester gleich doppelt!
Konzertveranstalter mit Tradition
Tradition
Bereits wenige Wochen nach Kriegsende 1945 nahm Erwin Russ den Auftrag des Oberbürgermeisters an, in Stuttgart das Konzertleben neu aufzubauen. Der erste Auftritt des Stuttgarter Kammerorchesters, das erste Konzert des Orchesters Radio Stuttgart, ein Gastspiel der Berliner Philharmoniker waren Meilensteine. Später kommen große Auftritte aus dem Bereich Pop und Unterhaltung dazu. Dem Vater Erwin folgte Michael Russ als Geschäftsführer. Heute wird das Privatunternehmen in dritter Generation von Michaela Russ geleitet; Co-Geschäftsführer ist Paul Woog. Aus der SKS Russ wurde die Marke Russ Klassik.
Termine
Alle Konzerte und die Abos unter www.russ-klassik.de