Michaela Russ und Michael Russ fördern auch Nachwuchskünstler. Foto: SKS Russ

„Wir wünschen uns, dass auch junge Zuhörer und junge Künstler zu uns kommen“, sagt Michael Russ, Seniorchef der Süddeutschen Konzertdirektion SKS Russ. „Wenn wir das nicht fördern, gehen uns irgendwann die Künstler aus. Und wir müssen an die kommende Generation denken. Daran, wie der Konzertbetrieb weitergeht.“ Deswegen hat sich SKS Russ von Anbeginn nicht nur um das Konzertleben in Stuttgart gekümmert, sondern auch um die Förderung junger Talente.

Was nur wenige wissen: Für etwa 40 Künstler ist SKS Russ die Agentur und kümmert sich um deren Management – die Vermittlung, aber auch das Organisieren von Tourneen. Groß geworden sind unter den Fittichen von SKS Russ beispielsweise das Melos Quartett, das Klaviertrio Frans Brüggen, die Marimba-Spielerin Katarzyna Mycka oder die Geigerin Tanja Becker-Bender. Schon lange gibt es das Preisträgerkonzert, bei dem junge Künstler zusammen mit dem SWR Symphonieorchester auftreten. Ein weiteres Format ist das Treuekonzert für Abonnenten.

Sehr viele Bewerbungen

Aber wie kommen Künstler und Agentur zueinander? „Man findet keinen wunderbaren Sologeiger durch eine Castingshow“, sagt Michaela Russ, die sich im Unternehmen um den Bereich Klassik kümmert. „Wir haben so viele tolle Talente in Deutschland.“ Viele Bewerbungen erhalten sie, umgekehrt verfolgt Michaela Russ aufmerksam, wer beispielsweise bei den Preisträgerkonzerten von „Jugend musiziert“ auftritt, und sie bekommt auch Empfehlungen von Orchestern. Das war zum Beispiel bei Mona Asuka der Fall, für die die Stuttgarter Agentur seit einigen Jahren das Generalmanagement macht. Asuka trat bei einem Konzert in Würzburg, wo sie studierte, als Solistin auf. Und Michaela Russ horchte auf. „Ihr Spiel war so frisch, so offen“, erinnert sie sich. „Sie ist einfach eine herausragende Künstlerin und Persönlichkeit, und sie hat großes Potenzial.“

Die Chemie hat gestimmt

Mona Asuka suchte damals eine neue Agentur, und – wie es so schön heißt - die Chemie zwischen der jungen Pianistin und SKS Russ stimmte. Das, so sagt Michaela Russ, sei ganz essenziell. Denn eine Agentur berät Künstler beispielsweise auch bei der Zusammenstellung von Programmen für Konzerte oder CDs und bei der Auswahl von Konzertengagements. Damals hatte Mona Asuka noch nicht einmal eine CD. Die hat sie nun, ebenso Fotos und einen professionellen Auftritt im Internet. Was Michaela Russ nicht macht: „Wir erfinden keine Geschichte, nur, um eine Künstlerin besser vermarkten zu können. Sie muss durch Qualität überzeugen.“ Das tut die heute 27-jährige Pianistin offenbar. „Dort, wo sie gespielt hat, wird sie immer wieder eingeladen“, sagt Michaela Russ. So ist Mona Asuka inzwischen etwa regelmäßig beim Ruhr-Festival.

Beobachten, wie sich ein Künstler weiterentwickelt

Schön sei, wie Michaela Russ erzählt, das Entdecken und Beobachten, wie sich ein junger Künstler weiterentwickelt. „Die Steigerung, die man beobachten kann.“ Die Zeit, die es dafür braucht, setzt SKS Russ dafür gern ein, obwohl das natürlich, rein finanziell gesehen, ein Risiko darstellt. Aber es geht eben nicht nur ums Geschäft. „Wir verstehen uns als Förderer.“ Für die jungen Künstler eine wunderbare Sache, die sie zu schätzen wissen. Mona Asuka: „Am Team von SKS Russ schätze ich besonders die herzliche, offene und menschliche Art, mit der sie nicht nur untereinander, sondern auch mit uns Künstlern umgehen. Das ist wie eine zweite Familie für mich. Ich bin sehr dankbar und stolz, dass ich hier nun schon seit fünf Jahren Künstlerin sein darf.“

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