Für das Skirennen um den Reußensteinpokal fehlt die weiße Pracht. Und auch an der Naturschanze am Neidlinger Edelwang liegt zu wenig Schnee.
Vor knapp zwei Wochen hatten sie noch gehofft, dass es mal wieder reichen könnte. Dass der Burz bei Neidlingen – nach sieben Jahren Pause – mal wieder zum Schauplatz des Reußenstein-Pokals wird. Die leichten Schneefälle – vor allem aber die Wetter- und Temperaturprognosen – hatten darauf hingedeutet, dass die 33. Auflage des Skirennens auf der sogenannten Streif der Alb womöglich stattfinden kann.
Der rührigen Wintersportabteilung des TV Neidlingen erging es heuer allerdings nicht anders als schon so oft in den vergangenen Jahren: Die witterungsbedingte Wirklichkeit hielt sich nicht an die Vorhersagen, und so war bereits vor Wochenfrist klar, dass die weiße Pracht für einen Riesenslalom mit zwei Läufen abermals nicht ausreicht. Die Hoffnung lag auf einem neuerlichen Skispringen von der Ernst-Ruoß-Gedächtnisschanze am Edelwang, „weil wir dafür mit weniger Schnee klarkommen“, wie Daniela Ambacher, Sportwartin des TVN, erklärt.
Es gab den „falschen Niederschlag“
Doch: Die Hoffnung war vergebens. Hieß es zunächst, dass es kalt werden und schneien sollte, war die Realität eine andere: „Es hat ja Niederschlag gegeben, aber eben leider den falschen“, fasst Ambacher die bangen Blicke zum Himmel in den vergangenen Tagen zusammen. Rund 30 Helferinnen und Helfer hätten in den Startlöchern gewartet, um die Anlaufspur, den Bakken und die Landebahn der Naturschanze in Wettkampfform zu bringen: Am Donnerstag stand dann aber fest: Das wird nix mehr. Einen längeren Vorlauf hätte es dabei gar nicht gebraucht.
Im April vergangenen Jahres war eine Konkurrenz, binnen 24 Stunden in den unerwartet gefallenen Schnee gestampft worden. Zwei Dutzend Teilnehmer und knapp 300 Besucherinnen und Besucher hatten jedenfalls ihren Spaß. „Und dieses Mal haben wir uns im Vorfeld sogar schon die Genehmigungen vom Landratsamt besorgt, hätten also wirklich ohne Probleme sofort loslegen können“, sagt Ambacher.
Die Alb-Tournee feiert ihre Premiere
Aufgeben will die frühere alpine Rennläuferin die Hoffnung aber nicht, „dass der Skisport auf der Schwäbischen Alb trotz der unkalkulierbaren Schneeverhältnisse am Leben gehalten werden kann“. Und so wird jetzt eine Idee umgesetzt, die Hannes Hepperle, der beim TV Neidlingen ebenfalls im Vorstand der Wintersportabteilung sitzt, in den Sinn gekommen war. Diese Idee heißt Alb-Tournee und findet – wie das große Vorbild – auf vier Schanzen in der Umgebung statt: in Neidlingen, in Schopfloch, in Laichingen und in Wiesensteig. Gesprungen wird überall mit Abfahrtsskiern.
Just im Laufe dieser Woche haben die Verantwortlichen Nägel mit Köpfen gemacht. Das Abschlussspringen steigt am Samstag, 22. April, am Fuße des Bläsibergs in Wiesensteig. Der Termin steht fest, weil es dort eine Mattenschanze gibt, die bei jedem Wetter einen Wettkampf zulässt. Sollte sich davor an einem der anderen drei Orte noch die Möglichkeit ergeben, auf Schnee zu springen, wird kurzfristig gehandelt und eine Veranstaltung organisiert. Und wenn’s nicht mehr genügend schneit, dann haben wir eben eine Alb-Tournee mit einer Station“, zeigt sich Ambacher pragmatisch.
Was den eigentlichen Reußenstein-Pokal auf der „Streif der Alb“ betrifft, ist hingegen Geduld gefragt – mutmaßlich und mindestens bis zum nächsten Winter.