Der Ex-Skirennfahrer Gerd Schönfelder kommt am Freitag nach Waiblingen. Foto: Copyright Teudis Nass

Gerd Schönfelder ist bis heute der international erfolgreichste Athlet in der Geschichte der Winter-Paralympics. Am Freitag kommt er nach Waiblingen und feuert die Teilnehmer am Deutschen Sportabzeichen an.

Waiblingen - Der 48-jährige Gerd Schönfelder war bis zum Jahr 2011 als Ski-Rennfahrer aktiv. Er ist bis heute der international erfolgreichste Athlet in der Geschichte der Winter-Paralympics. Als 19-Jähriger hat er bei einem Unfall seinen rechten Arm verloren. In Waiblingen coacht er im VfL-Stadion auch die Mitglieder der inklusiven Sportabzeichen-Gruppe.

Herr Schönfelder, was bedeutet Sport für Sie?

Für mich ist Sport lebensnotwendig. Für mein Wohlbefinden ist es sehr wichtig, dass ich mich auspowere – das habe ich schon als Kind gebraucht. Und der Sport hat nach meinem Unfall extrem dazu beigetragen, mich zu rehabilitieren.

Wieso braucht es Ihrer Ansicht nach das Deutsche Sportabzeichen?

Ich halte es für eine gute Sache. Man braucht einen Aufhänger und auch einen Vergleich mit anderen. Wenn man wie ich Kinder hat, weiß man, dass es wichtig für die Motivation ist, am Ende eine Medaille oder Urkunde in den Händen zu halten. Und wenn man nicht so gut ist, dann ist es vielleicht die Initialzündung dazu, mehr zu trainieren.

Wie überlistet man am besten den inneren Schweinehund?

Es muss einfach Spaß machen, damit man regelmäßig Sport macht und nur dann bringt es etwas. Man muss also eine Sportart finden, die einem liegt. Der eine schwimmt gerne, der andere läuft, spielt Tennis oder kegelt.

Trägt Sport zur Inklusion bei?

Ja, besonders der Sport. Man kommt dabei schneller auf eine Ebene. Es gibt viele Menschen mit offensichtlichem Handicap, die mehr leisten können, als so manch einer ohne. Es ist gut, wenn Menschen ohne Behinderung sehen, was Menschen mit Handicap leisten können.

Ihr Tipp an die Teilnehmer, die Sie in Waiblingen coachen?

Bleibt ein bisschen aktiv und in Bewegung. Für Menschen mit Behinderung ist Sport besonders wichtig, denn wenn der Körper fit ist, kann ich meine Behinderung leichter kompensieren. Und Sport ist einfach gut für Körper und Geist.

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