Hinabgestürzt in die Tiefe – Adrenalinkick inklusive: Jugendliche haben ihre helle Freude auf dem Skateplatz beim Glaspalast – der noch besser werden soll. Foto: Stefanie Schlecht

Das Skateareal am Glaspalast in Sindelfingen soll im kommenden Jahr ein Upgrade erhalten. Wie der Bedarf der Nutzer aussieht, wurde nun erstmals bei einem Workshop ermittelt.

Wenn es nicht gerade regnet, glatt ist, oder schneit, ist auf der Skateanlage am Sindelfinger Glaspalast in der Regel die Hölle los. Den ganzen Tag über sausen die Jugendlichen hier mit ihren Skateboards und Scootern über die Halfpipes und Rampen. Allerdings hat der Skater-Sport in den vergangenen Jahren so sehr an Beliebtheit dazu gewonnen, dass es auf dem bisherigen Areal inzwischen ein bisschen eng wird.

 

Natürlich hat hier unter anderem die Corona-Pandemie ihr übriges getan. Da man überwiegend im Freien skatet und der Sport mit Abstand möglich ist, haben in den vergangenen Jahren etliche junge Menschen ihre Leidenschaft dafür entdeckt. „Dazu kommt, dass Skaten 2020 erstmals als olympische Sportart zugelassen wurde“, sagt Anna-Lena Fahl vom Sport- und Bäderamt Sindelfingen. „Das hat nochmals für ein höheres Nutzeraufkommen gesorgt.“

An sonnigen Tagen herrscht auf der Anlage ein ziemliches Gedränge

Wie auch immer sich die Beliebtheit des Skatens erklärt – in Sindelfingen herrscht auf der Anlage vor allem an sonnigen Tagen ein ziemliches Gedränge. Auch die Elemente und Geräte, die das Areal zu bieten hat, sind längst nicht mehr auf dem neusten Stand. Seit 25 Jahren wird hier immer wieder etwas neu dazu gebaut, die letzte Erneuerung war ein Pump Track im Jahr 2019. Doch die Nutzeranforderungen haben sich in den vergangenen Jahrzehnten eben auch verändert. Scooter gab es in den 1990er-Jahren zum Beispiel noch gar nicht in der Form. Heute sind sie aus den Skateparks nicht mehr wegzudenken, wobei sich nicht alle Elemente für Skateboards auch gleichzeitig für die Roller-Varianten eignen.

Die Stadt Sindelfingen hat deshalb in den vergangenen Monaten immer wieder Instagram-Nachrichten von Skatern und Scooter-Fahrern erhalten, die sich ein Upgrade für ihre Anlage wünschen. Die Verwaltung möchte diesem Anliegen nun nachgehen.

„Die Nutzer wissen selbst am besten, was sie brauchen und welche Elemente fehlen“, erklärt Sindelfingens Oberbürgermeister Bernd Vöhringer. Wie eine optimierte Skateanlage aussehen kann, hat das Stadtoberhaupt vor kurzem bei der Eröffnung der neuen Skateanlage in der Partnerstadt Torgau gesehen. „Vielleicht kann man sich da ja auch die eine oder andere Anregung holen.“

Lange Wunschliste: Bodensanierung, Toiletten, Trinkbrunnen, Beleuchtung

Die Skater selbst haben bereits eine ganze Menge Ideen und Vorstellungen. Natürlich ist am bisherigen Areal nicht alles schlecht. Für die Jugendlichen ist die Skateanlage auch im veralteten Stadium ein Ort, an dem sie sich treffen und mit ihren Freunden Zeit verbringen können. Auch die Tatsache, dass durch die Schwierigkeit der Elemente automatisch eine Alterstrennung entsteht, wird positiv hervorgehoben.

Bemängelt werden dagegen unter anderem die Fahrtwege, die sich teilweise kreuzen und die Tatsache, dass offenbar oft Familien mit kleinen Kindern über die Skateanlage laufen. Auch eine Sanierung des Bodens, ein Kiosk, bessere Toilettenmöglichkeiten, Trinkbrunnen und Beleuchtungen stehen bald auf der Pinnwand, an der die Nutzer ihre Ideen und Anliegen formulieren können.

Die Jugendlichen machen sich schlau, welche Elemente hinzukommen sollen

Kompliziert wird es dagegen, wenn es an die Wünsche bezüglich neuer Elemente geht. Hier müssen Anna-Lena Fahl und ihre Kollegen selbst erst mal googeln, was zum Beispiel eine Holzbox mit Air Quarter ist. Oder eine „Resi“, wie man im Fachjargon eine Schutzmatte für Sprunghindernisse bezeichnet. Aber zum Glück bleibt dieser Workshop ja nicht die einzige Möglichkeit, die Skater in ihren zukünftigen Anlagenausbau einzubeziehen.

Zielvorgabe: Nächstes Jahr soll alles fertig werden

Wie viel Geld das ganze Projekt insgesamt verschlingen wird, steht allerdings noch in den Sternen. Ebenso ungeklärt ist die Frage, wie groß das Areal am Ende sein wird. Als nächstes müssen die Ergebnisse des Workshops ausgewertet und dann auf ihre Machbarkeit überprüft werden.

Das letzte Wort hat selbstverständlich der Gemeinderat, der seine Zustimmung erteilen muss, bevor es an konkrete Planungen und eine Bauausschreibung gehen kann. „Wir hoffen, dass der Bau dann irgendwann im kommenden Jahr umgesetzt werden kann“, so Bernd Vöhringer.