Skatehalle Hoffnung für Cannstatter Skater

Von Jens Noll  

Womöglich bekommen die Cannstatter Skater ein neues Dach über den Kopf. Foto: EPA
Womöglich bekommen die Cannstatter Skater ein neues Dach über den Kopf. Foto: EPA

Neben dem Cannstatter Bahnhof könnte eine 650 Quadratmeter große Skatehalle entstehen.

Stuttgart - Aufatmen können die Skater in Bad Cannstatt nicht, aber sachte hoffen: Neben dem Cannstatter Bahnhof an der Kegelenstraße könnte eine 650 Quadratmeter große Halle entstehen - die neue Bleibe für den Verein Boardrider Organization Stuttgart (Boost) und seine Mitglieder. Deren Zukunft war lange ungewiss. Im Rahmen der Neuordnung des Neckarparks will die Stadt die Skaterhalle an der Frachtstraße abreißen lassen. Bis Ende 2012 soll das Gelände neben dem einstigen Güterbahnhof geräumt sein. Zuletzt wurde der Mietvertrag immer nur kurzfristig verlängert, ein Ersatzstandort war bisher nicht in Sicht.

Die künftige Anlage stünde in unmittelbarer Nachbarschaft zum Cann, dem Ende 2010 eingeweihten Neubau, der das Cannstatter Jugendhaus, die Jugendherberge und das Haus der Familie beherbergt. Thomas Zügel, Leiter des Liegenschaftsamts, und Sieghard Kelle, Geschäftsführer der Stuttgarter Jugendhaus gGmbH, haben dem Cannstatter Bezirksbeirat am Mittwoch das Ergebnis ihrer langen Suche nach Ersatz vorgestellt. "Für uns ist das ein idealer Standort", sagt Kelle, "das Jugendhaus wird ergänzt mit einer Sportstätte für Skater."

Stadt muss Geld bewilligen

Laut Zügel biete der neue Standort etliche Vorteile gegenüber der bisherigen Heimat der Skater. Die Anlage sei wesentlich besser per öffentlichem Nahverkehr zu erreichen, überdies würden "Synergien mit dem Jugendhaus" entstehen. "Die Skater bekommen in der Werkstatt des Jugendhauses einen Platz zum Reparieren, für Veranstaltungen können Kooperationen mit dem Jugendhaus eingegangen werden", ergänzt Kelle. Eine Million Euro würde die Halle kosten, die mit den üblichen Rampen und Hindernissen für die Skater ausgestattet werden soll. Neben Toiletten, einem Kiosk und einem Büro soll es auch Platz für Zuschauer und Spinde für Rucksäcke geben. Hinzu kämen noch Kosten für den Kauf des Grundstücks, das derzeit der Bahn AG gehört. Wie Thomas Zügel erklärte, sei die Bahn zum Verkauf bereit. Man habe einen Grundstückspreis von "unter 500.000 Euro" ausgehandelt.

Der Cannstatter Jugendrat hatte das Projekt bereits einstimmig begrüßt. Nun haben auch die Bezirksbeiräte die Lösung fraktionsübergreifend für gut befunden. Ein Vertreter von SÖS/Die Linke forderte eine zeitnahe Umsetzung der Pläne. Dass die neue Halle nun tatsächlich gebaut wird, hoffen insbesondere die Skater von Boost. Vereinschef Ulrich Härle ist aber noch skeptisch: "Das hört sich alles gut an. Der Standort ist super, aber jetzt hängt es davon ab, ob das Projekt finanziert wird oder nicht." Bezirksvorsteher Thomas Jakob konstatierte: "Der Bezirksbeirat unterstützt die Realisierung der Skaterhalle und den Grundstückserwerb und bittet um die Bereitstellung der Mittel im Gemeinderat." Tatsächlich liegt der Ball nun beim Stadtparlament, das das Geld bewilligen muss.

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