Privater Sicherheitsdienst in einem Berliner Freibad: In Stuttgart traten die „Sheriffs“ nicht so martialisch auf und werden dieses Jahr auch nicht mehr eingesetzt. Foto: dpa

Wegen der vielen neuen Flüchtlinge engagierte Stuttgart vergangenes Jahr erstmals einen privaten Sicherheitsdienst für die Freibadsaison. Nachdem sich inzwischen die Lage entspannt hat, will man dieses Jahr wieder darauf verzichten und die Schwimmfreunde statt dessen mit flexibleren Öffnungszeiten erfreuen.

Stuttgart - In den Stuttgarter Freibädern wird dieses Jahr voraussichtlich kein privater Sicherheitsdienst mehr patrouillieren. Der Leiter der städtischen Bäder, Lars Mühlig, begründete dies mit dem Rückgang des Flüchtlingszustroms. Derzeit leben noch rund 8000 Flüchtlinge in der Landeshauptstadt. Tendenz: leicht fallend.

Befürchtungen haben sich nicht bestätigt

Vergangenes Jahr hatte die Stadt erstmals in vier der fünf städtischen Freibäder einen privaten Sicherheitsdienst eingesetzt. Damit trug man der Befürchtung Rechnung, dass viele der neu hinzu gekommenen Flüchtlinge nicht oder nicht gut schwimmen können und sich in Freibädern auch nicht zu benehmen wissen. Diese Befürchtung hat sich nicht bestätigt, die Polizei registrierte in der gesamten Freibadsaison gerade mal drei Strafanzeigen wegen mutmaßlicher sexueller Übergriffe von Flüchtlingen.

Fünfstelliger Betrag wird eingespart

Laut Mühlig hat der Sicherheitsdienst die Stadt vergangenes Jahr einen niedrigen fünfstelligen Betrag gekostet. Die Beschäftigten der Karlsruher Sicherheitsfirma B.I.G. wurden in der viermonatigen Freibadsaison an 22 Tagen eingesetzt – dann nämlich, wenn aufgrund guten Wetters mit einem Besucheransturm zu rechnen war. Ein Zweierteam der Firma pendelte dann ab der Mittagszeit zwischen den Freibädern auf dem Killesberg (Höhenfreibad) und in Untertürkheim (Inselbad), das andere lief in den Freibädern von Möhringen und Vaihingen Streife.

Im April könnten die ersten Freibäder öffnen

Flexibler auf das Wetter reagieren will die Stadt künftig bei den Öffnungszeiten. Laut Mühlig werden die Bäderbetriebe ab Mitte April das Wetter beobachten. Es sei sehr wahrscheinlich, dass dann die Freibäder in Möhringen und auf dem Killesberg bereits vor dem offiziellen Starttermin (6. Mai) öffnen und wahrscheinlich auch länger als bis zum 10. September offen haben werden, dem offiziellen Saisonende. Die anderen drei städtischen Freibäder öffnen seinen Worten zufolge am 13. Mai ihre Pforten.

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