Einige Hundert Menschen haben in der Nähe des Neckartors in Stuttgart gegen Fahrverbote demonstriert. Foto: Oliver Willikonsky-Lichtgut

Etwa 500 Menschen haben am Samstag gegen Fahrverbote in Stuttgart demonstriert. Einige Autofahrer ließen in der Nähe der Demo ihre Motoren aufheulen – trotz des Feinstaubalarms.

Stuttgart - Unweit von Deutschlands schmutzigster Straßenkreuzung in Stuttgart haben am Samstag wieder einige Hundert Menschen gegen Diesel-Fahrverbote demonstriert. „Es hätten ein paar mehr sein dürfen“, räumte der erste Redner beim Blick auf geschätzt 500 Demonstranten - viele in gelben Westen - ein. Auf der Straße vor der bundesweit bekannt gewordenen Luftschadstoff-Messstelle am Neckartor grüßten Autofahrer die Demonstration immer wieder mit Hupen.

Einige Autofahrer ließen ihre Motoren aufheulen. „Grüne weg!“ wurde von einer Brücke skandiert. Die Demonstranten trugen Transparente und Plakate mit Aufschriften wie: „Gegen Willkür, für Diesel, gegen Enteignung“ oder „Kein Diesel in Stuttgart = kein Shopping in Stuttgart“. Seit dem 1. Januar gilt in Stuttgart ein Fahrverbot für Diesel-Fahrzeuge der Abgasnorm Euro 4 und schlechter. Dazu war die grün-schwarze Koalition von mehreren Gerichten gezwungen worden. In größerem Umfang drohen Verbote für Euro-5-Diesel zu Beginn des Jahres 2020.

Porsche-Mitarbeiter Ioannis Sakkaros ruft seit Wochen zu Protesten gegen die Fahrverbote auf. Für diese Woche hatte er 900 Menschen angemeldet, vor einer Woche waren laut Schätzungen rund 1000 dabei.

Da an der Messstation um die Ecke seit einiger Zeit wieder deutlich erhöhte Schadstoffwerte gemessen werden, gilt seit Mittwoch wieder Feinstaubalarm in Baden-Württembergs Landeshauptstadt. Autofahrer sind aufgerufen, auf Busse und Bahnen umzusteigen oder Fahrgemeinschaften zu bilden. Komfortkamine, die allein der Gemütlichkeit dienen, dürfen nicht befeuert werden. Ein Ende des Alarms ist nach Angaben der Stadt vom Samstag nicht absehbar.

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