Volker Kittelberger präsentiert „De Mädla imponiera“. Foto: factum/Granville

Mit „De Mädla imponiera“ präsentiert Volker Kittelberger ein Album, bei dem er sowohl Musik als auch Text selbstgeschrieben hat. Er macht Songs, die „wie die Faust ins Gesicht gehen“.

Holzgerlingen - Was Volker Kittelberger unbedingt vermeiden will ist, sich lächerlich zu machen. Anfang April ist sein zweites Album erschienen – auf Schwäbisch – und dort wird es in seinen Augen auch schon gefährlich. „Schwäbisch klingt immer nach Satire, immer lustig“, erläutert Kittelberger. Dass das auch anders geht, will der Singer-Songwriter aus Holzgerlingen mit „De Mädla imponiera“ zeigen. Das bedeutet im Umkehrschluss nicht, dass das Album von Kittel, so sein Künstlername, bierernst ist. „Es ist witzig, ironisch“, sagt Kittelberger. Aber es soll ernst genommen werden.

Elf Songs sind auf der CD, die er mit mobiler Aufnahmetechnik in seinem Zuhause aufgenommen hat. Im Studio von Sven „Samson“ Geiger in Waldenbuch wurde die CD dann professionell abgemischt, erweitert und verbessert. Auch die finale Songauswahl wurde festgelegt. Die Lieder hat Kittelberger selbst geschrieben, das heißt sowohl Melodie als auch Text. Er habe einen Hang zum Schreiben, hat schon einen Roman geschrieben, wollte früher Journalist werden. Deshalb entsteht seine Musik auch „vom Text her“. Im Anfang war das Wort, dann die Melodie. Dabei sei die Herausforderung, nicht zu hölzern, wie ein Liedermacher zu klingen.

Die Songs klingen mal nach Folkrock, mal experimentell, mal sehnsuchtsvoll. In Anlehnung an Singer-Songwriter-Vorbilder wie Bob Dylan will Kittel „vage“ Songs produzieren – Songs, die man nicht sofort versteht, die ein Geheimnis in sich tragen. „Das zieht viel mehr rein“, sagt er. Neben solchen Titeln gibt es aber auch direkte Lieder, „die wie die Faust ins Gesicht gehen“. Kittel spricht von Songs, nicht von Liedern, in der Tradition seiner amerikanischen und britischen Vorbilder. Sein Favorit ist gleich der erste Song, „I will di“. Ein eher direkter Song, aus dem er live viel machen könne. Der 53-Jährige blickt mit dem Album „De Mädla imponiera“ auf sein Leben zurück, es ist eine Retrospektive. „Zu viel retro ist aber gefährlich“, sagt Kittelberger. So würde man schnell als alt abgestempelt. Doch eigentlich sei ihm das egal, „ich fühle mich grade danach, also mach ich’s auch“.

Mit Schwäbisch fühlt sich Kittel besser

Die CD in einer Pressung von 1000 Stück hat Kittelberger, der sonst als Architekt arbeitet, selbst finanziert. Um unabhängig zu sein, hat er dafür seine eigene Plattenfirma gegründet, Hiatus Records. Auf Schwäbisch singt er, weil es weicher sei. Hochdeutsch käme ihm künstlich vor, weil er es selbst nicht spricht. „Mit Schwäbisch fühle ich mich viel besser“, sagt er. Auch auf seiner ersten CD sang er auf Schwäbisch. Auf „Kittels Wagner“ vertonte er Gedichte des Warmbronner Dichters Christian Wagner, daraus wurden 15 Folksongs.

Wie würde er selbst seine Musik, sein neues Album beschreiben? Er braucht einen Moment für die Antwort, zitiert dann ein Album von Stevie Wonder: „Songs in the key of life. Sowas wie ‚Was das Leben an Tonarten zu bieten hat’“.

Kittel live: Seinen nächsten Auftritt hat Kittel am 27. Mai um 20 Uhr in „Katis Bistro Kinobar“, Ringstraße 56, in Winnenden. Reservierung wird empfohlen. Wo man seine CDs kaufen kann, steht auf der Website www.kittelrock.de.

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