Im Finale brachte der FC Denzlingen (in Weiß) dem FSV Hollenbach (in Rot-Blau) die erste Niederlage bei und sicherte sich damit den Turniersieg. Foto: Eibner/Francesco Gianni Consentino

Der Gewinner der 41. Sindelfinger Hallenfußball-Gala steht fest – ein Debütant feiert gleich seinen Premierensieg. Oberligist FC Denzlingen nimmt den ganz großen Pokal mit nach Hause.

Der Sieger der 41. Sindelfinger Hallenfußball-Gala heißt FC Denzlingen. Im Finale setzte sich das Team aus der Oberliga Baden-Württemberg mit 2:1 gegen Klassenkamerad FSV Hollenbach durch. Auffällig bei dieser Auflage: Die höherklassigen Teams waren meist das Maß aller Dinge – was auf dem Kunstrasen mit Rundumbande nicht immer so ist.

 

Beim Durchlesen unserem Liveblogs könnt ihr noch einmal detailliert erfahren, wie das Turnier verlaufen ist. Dieser geht in umgekehrter Reihenfolge zurück bis zum Achtelfinale, denn ab da ging es um die Wurst. In den Fünfergruppen des Hauptturniers und den Dreiergruppen des Endturniers konnte eine Niederlage vielleicht noch geradegebogen werden, doch wer ab da verlor, durfte direkt unter die Dusche.

Im Finale gegen den FC Denzlingen verliert der FSV Hollenbach erstmals

Finale: 169 Mannschaften sind insgesamt im Glaspalast angetreten, haben in Summe 1052 Tore geschossen. Im Endspiel standen sich letztlich mit dem FC Denzlingen und dem FSV Hollenbach zwei der Favoriten aus der Oberliga gegenüber. Hollenbach war bis hierhin ausnahmslos mit Siegen durchmarschiert, hatte gegen Denzlingen dann aber das Nachsehen. Dustin Jund und Christian Cernenchi trafen für den FC zum 2:0, Jonas Linbach verkürzte zwar für den FSV auf 1:2, doch dabei blieb es. So war der Rest großer Jubel im Denzlinger Lager um Sandro Rautenberg, der das Team als Spieler auch coachte. „Es hat super viel Spaß gemacht. Bei unserer ersten Teilnahme ist gleich der Titel rausgesprungen, den wir uns auch vorgenommen hatten“, freute er sich. „Die 200 Kilometer Anfahrt haben sich gelohnt. Wir kommen wieder.“

Spiel um Platz drei: Bei vielen Turnieren ist es aus der Mode gekommen, doch bei der traditionsreichen Hallen-Gala wird der dritte Rang noch ausgespielt. Die Partie endete nach der regulären Spielzeit 2:2 zwischen dem SSV Reutlingen (Tore: Maxim Schmalz und Elia Borgia) und dem SV Fellbach (Tore: Torben Hohloch und Maxmilian Bresic), ehe die Reutlinger nach Zehnmeterschießen mit 7:6 gewannen.

Die Halbfinalisten heißen FSV Hollenbach, SV Fellbach, SSV Reutlingen und FC Denzlingen

zweites Halbfinalspiel: Mit zuvor acht Siegen aus acht Spielen war der FSV Hollenbach klarer Favorit gegen den SV Fellbach. Rico Hofman, Luis Wejt per Abstauber und Arne Schülke in einer Drangphase des Gegners bestätigten diese Rolle mit der 3:0-Führung. Zwar konnte Fellbach durch Torben Hohloch verkürzen, aber erneut Arne Schülke machte mit dem 4:1 den Deckel drauf. Daran änderte auch das 4:2 durch Luka Bozic nichts mehr.

erstes Halbfinalspiel: Der SSV Reutlingen kam in einer bedächtig geführten Partie zweier Oberliga-Kellerkinder nicht entscheidend zum Zug. Der FC Denzlingen nutzte seine Chancen eiskalt, Neven Ivancic und Levin Zimmermann trafen zum 2:0. Luka Viktor-Butka verkürzte zwar für die Reutlinger auf 1:2, doch das reichte nicht.

Für TSV Ehningen und SV Böblingen ist im Viertelfinale Endstation

viertes Viertelfinalspiel: Lennart Häßler und Kerem Yelken vergaben eine Doppelmöglichkeit für den letzten verbliebenen Lokalmatadoren SV Böblingen. Auf der Gegenseite machte es Felix Linbach für den FSV Hollenbach besser und markierte das 1:0. Die Böblinger machten im Anschluss zwar das Spiel und versuchten mit einem sechsten Feldspieler noch einmal alles, aber die Hollenbacher konnten den knappen Vorsprung über die Zeit retten. Damit finden die beiden Halbfinals ohne hiesigen Verein statt. „Wenn man im Viertelfinale rausfliegt, ist man natürlich enttäuscht. Für den Kader, den wir hier hatten, war das Erreichte aber vollkommen in Ordnung. Wir wollten mit bereits zwei verletzten Leuten auch nichts mehr riskieren“, erklärte Co-Trainer Johnson Ariaratnam. „Die Chancen waren da, aber ein Oberligist bestraft Fehler eben eiskalt.“

drittes Viertelfinalspiel: Als letzter verbliebener Qualifikant hielt Türkspor Stuttgart mit Angreifer Shkemb Miftari, einst bei den Stuttgarter Kickers in der 3. Liga aktiv und auch schon für SV Böblingen und GSV Maichingen am Ball, das Fähnchen der Underdogs hoch. Doch dann kamen Maximilian Bresic und Bendito Calemba und schossen den SV Fellbach mit 2:0 eine Runde weiter.

zweites Viertelfinalspiel: In einem von Taktik geprägten Duell ohne große Torchancen brachte Issa Boye mit einem Solo den FC Denzlingen in Führung, Ferdinand von Linde traf für den die SGV Freiberg U19 zum Ausgleich. Schon wieder musste die Entscheidung vom Punkt fallen. Via Zehnmeterschießen erreichten die Denzlinger mit einem 7:6 das Halbfinale.

In der regulären Spielzeit des Viertelfinals gegen den SSV Reutlingen (in Rot) war der TSV Ehningen (in Dunkelblau) die bessere Mannschaft. Im Zehnmeterschießen waren dann aber alle Schützen von der Rolle. Foto: Eibner/Francesco Gianni Consentino

erstes Viertelfinalspiel: Zehn Minuten waren gegen den SSV Reutlingen gespielt, als Mustafa Avci vom TSV Ehningen verletzt vom Feld getragen werden musste. Die Gelb-Blauen verloren dennoch nie die taktische Ordnung. Keeper Mustafa Görkem setzte den Ball an den Pfosten des gegnerischen Kastens – doch es blieb beim 0:0. Im Zehnmeterschießen waren die Ehninger dann von der Rolle und trafen dreimal nicht. Das war ihr Ende. „In der regulären Spielzeit waren wir die bessere Mannschaft – aber die Zehnmeter waren sehr schlecht geschossen“, räumte TSV-Trainer Johannes Pfeiffer ein. „Das war schade. Denn ich hatte das Gefühl, dass wir sehr weit hätten kommen können.“

Im Achtelfinale erwischt es GSV Maichingen, SpVgg Holzgerlingen und SpVgg Renningen

achtes Achtelfinalspiel: Auf dem Feld läuft es für den FV Löchgau als aktuellem Zweiten der Landesliga, Staffel I, sehr gut. Doch gegen den FSV Hollenbach zog das Team aus dem Kreis Ludwigsburg den Kürzeren. Jonas Linbach gelang der 1:0-Siegtreffer für den Oberligisten.

siebtes Achtelfinalspiel: Für den GSV Maichingen hat es beim eigenen Turnier einmal mehr nicht sein sollen. Elmedin Sovtic brachte Türkspor Stuttgart in Front, Filippo Intemperante glich prompt aus. Die Landeshauptstädter lagen durch Isa Bozkurt wieder vorn und erhöhten während einer Zeitstrafe für den GSV durch Emir Sözbir auf 3:1. Salvatore Semeraro und Mario Ferrelli brachten die Maichinger mit dem 3:3 ins Zehnmeterschießen, wo beim 6:7 das unglückliche Aus kam. „Wir sind sehr gut zurückgekommen, aber vom Punkt aus ist es immer Glückssache“, sagte Coach Thomas Wohland. „Wir haben aber trotzdem ein sehr gutes Turnier gespielt. Das wird uns Selbstvertrauen für die Rückrunde in der Landesliga gegeben.“

Es hat wieder nicht sein sollen: Ein weiteres Mal konnte der GSV Maichingen trotz eines guten Turniers nicht in die Preisränge vordringen. Foto: Eibner/Francesco Gianni Consentino

sechstes Achtelfinalspiel: Oberligist FC Denzlingen dominierte den Qualifikanten ABV Stuttgart von Beginn an. Schnell führten die Südbadener mit 2:0 und bauten ihre Führung letztlich auf 4:0 aus. Einer der ältesten Vereine des Landes, der 1863 in der Landeshauptstadt gegründet worden war, schied damit aus.

fünftes Achtelfinalspiel: Erfahrung schlug Jugend, als der TSV Ehningen sich gegen die TuS Ergenzingen U19 mit 3:1 durchsetzte. Die Mannschaft aus der A-Junioren-Oberliga ging zwar durch Abdullah Emin Yelek mit dem ersten Torschuss überhaupt in Führung, aber Marcel Berberoglu mit seinem neunten Turniertor und Rückkehrer Kenan Kasikci drehten die Partie für den Landesligisten. Mit dem schön herausgespielten 3:1 durch Tino Dannecker war das Viertelfinalticket gebucht.

viertes Achtelfinalspiel: Gegen Titelverteidiger VfL Pfullingen ging die SV Böblingen vorsichtig zu Werke. Weil auch der Gegner auf Sicherheit bedacht war, kam nach zwölf müden Minuten ein torloses Unentschieden heraus. Ohne den neuen Coach Slobodan Markovic, der noch im Urlaub weilte, wurde die SVB von Co-Trainer Johnson Ariaratnam betreut. Im Zehnmeterschießen hatte der treffsichere Rekordsieger aus Böblingen mit 3:1 das bessere Ende für sich, der Vorjahressieger von der Achalm war derweil draußen.

drittes Achtelfinalspiel: Die Erfolgsgeschichte von Qualifikant SpVgg Renningen fand gegen den SV Fellbach ein Ende. Der Verbandsligist legte durch Niklas Loraing und Patrick Fossi ein 2:0 vor. Aber die Truppe aus der Kreisliga A zeigte sich nicht geschockt, Leon Kottucz und Phillipp Gimbel glichen zum 2:2 aus. In einem offenen Duell hatte der Favorit das glücklichere Ende für sich, Luka Bozic und Torben Hohloch trafen zum 4:2 Endstand. „Schade – das war die erste Niederlage im gesamten Turnier“, wusste Renningens sportlicher Leiter Pietro d‘Aiuto. „Aber es hat Spaß gemacht, wir haben uns sehr gut verkauft.“

Schade – das war die erste Niederlage im gesamten Turnier. Aber es hat Spaß gemacht, wir haben uns sehr gut verkauft.

Pietro d‘Aiuto, sportlicher Leiter SpVgg Renningen

zweites Achtelfinalspiel: Keeper Tim Bayer traf für die SGV Freiberg U19 mit einem satten Schuss zum 1:0 gegen die SpVgg Holzgerlingen. Seine Vorderleute zelebrierten richtig feinen Fußball auf dem Kunstrasen. Hotze drehte die Partie durch Doppelpacker Max Horn doch Joel Malungo glich zum 2:2 aus. Dabei blieb es bis zum Schlusspfiff. Nach dem Zehnmeterschießen hatte Freiberg mit 6:5 das bessere Ende für sich, Holzgerlingen war draußen. „Ein Zehnmeterschießen ist immer Glücksache. Wir haben gegen einen gute Gegner ein ordentliches Spiel gemacht“, resümierte SpVgg-Coach Bernd Gluiber.

erstes Achtelfinalspiel: Über das Vorturnier hatte sich Kreisligist VfB Neckarrems für das Endturnier qualifiziert. Im Achtelfinale übernahm aber gleich Oberligist SSV Reutlingen das Kommando. Sladan Puseljic traf zum 1:0, Kjell Otterbach erhöhte vier Minuten vor dem Ende auf 2:0. Das Team von der Kreuzeiche, das bislang dreimal die Hallen-Gala gewonnen hatte (1992, 2008 und 2013), ließ nichts mehr anbrennen, auch wenn Florian Noller kurz vor Schluss für den Gegner noch auf 1:2 verkürzte.