Sindelfingen hat kein Geld für neues Stadion

Von "Stuttgarter Nachrichten" 

Von Ulrich Hanselmann SINDELFINGEN. In der Daimlerstadt beginnt eine neue Debatte über

Von Ulrich Hanselmann

SINDELFINGEN. In der Daimlerstadt beginnt eine neue Debatte über die Sportstätten für Leichtathleten und Fußballspieler. "Wir werden den Gemeinderat voraussichtlich im Juni mit unseren Überlegungen konfrontieren", sagte Thomas Jeggle, der Chef des Sport- und Bäderamts, am Mittwoch gegenüber dieser Zeitung.

Eigentlich wollte die Stadt Sindelfingen ein neues Stadion bauen. Es sollte das mittlerweile 56 Jahre alte Floschenstadion ersetzen. Der frühere Schauplatz von acht Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften ist marode. Experten schätzten, dass die Sanierung neun Millionen Euro verschlingt. Der Neubau neben der Großsporthalle Glaspalast war mit 13 Millionen veranschlagt - und umstritten. Doch nach jahrelangen Diskussionen hatten sich der Gemeinderat im Oktober 2008 dafür entschieden.

Der Beschluss von damals gilt heute nicht mehr. Sindelfingen ist von der Finanzkrise voll erwischt worden. Fast 80 Millionen Euro Gewerbesteuer-Einnahmen musste die Kommune der Daimler AG zurückzahlen. Die Kommune hat nun kein Geld für eine neue Sportarena - und keines, um das ehrwürdige alte Stadion zu sanieren.

Aus diesem Dilemma will die Stadt jetzt so herauskommen: Das Floschenstadion soll wie geplant abgerissen und das Gelände für Wohnungsbau verkauft werden. Fünf bis sechs Millionen Euro werden erwartet. Dieses Geld will die Stadt einsetzen, um ihre zweite Sportstätte - das Allmend-Stadion im Teilort Maichingen - auszubauen. Statt heute vier soll es dort dann sechs 400-Meter-Laufbahnen geben. Denkbar ist auch ein neues Gebäude für Geräte, Umkleiden und sanitäre Einrichtungen.

Das Allmend-Stadion, erklärt Jeggle, könnte so das Floschenstadion ersetzen. Montags bis freitags würden dann hier vorwiegend Leichtathleten trainieren. Sindelfingen ist Olympiastützpunkt für Leichtathletik. An Wochenenden würde der GSV Maichingen wie bisher seine Fußballspiele austragen. Für die Fußballer des VfL Sindelfingen - die Damen spielen in der 2. Bundesliga, die Männer in der Landesliga - ist ein Rasenplatz mit Zuschauertribüne beim Glaspalast vorgesehen.

Insgesamt gibt es in Sindelfingen zehn Sportplätze. An der Zahl soll sich laut Jeggle nichts ändern. Einige, darunter der Hartplatz beim Floschenstadion, müssten aber verlegt werden. Die neuen sollen vorwiegend beim Allmend-Stadion entstehen.

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