Elke Mill hat einen guten Draht zu den Kleinen. Foto: factum/Bach

Mit 54 Jahren hat die einstige Friseurin ihre Ausbildung zur Erzieherin erfolgreich beendet. Eine feste Stelle ist ihr sicher.

Sindelfingen - Noch vor 15 Jahren, als Arbeitsplätze knapp waren, schickten viele große Unternehmen ihre Mitarbeiter mit Anfang/Mitte 50 in Rente. Heute herrscht Fachkräftemangel, und viele Firmen bitten ihre Angestellten im Rentenalter um eine Verlängerung. Und wer mindestens bis zum Altern von 67 Jahren arbeiten muss, kann auch mit Anfang 50 noch einen ganz neuen Beruf erlernen. Das dachte sich Elke Mill vor drei Jahren – und begann als 51-Jährige die Ausbildung zur Erzieherin.

Eigentlich ist Elke Mill Friseurin. „14 Jahre lang habe ich in diesem Beruf gearbeitet, so lange, bis meine Tochter zur Welt kam.“ Dann konzentrierte sie sich auf die Erziehung, jobbte nebenbei in einem Fitness-Studio an der Rezeption und in der Kinderbetreuung. „Irgendwann wurde mir das zu langweilig“, erzählt Mill. Die Tochter machte das Abitur und verließ das Haus. „Ich suchte eine neue Herausforderung.“ Die Arbeit mit den Kindern im Fitness-Studio habe ihr Spaß gemacht. „Aber ich wollte gerne mehr pädagogisches Wissen, wollte verstehen, wie Kinder ticken.“ Sie machte ein Praktikum in der Sindelfinger Kita Goldberg, bewarb sich an mehreren Erzieherschulen und erhielt mehrere Zusagen.

Die Chefinnen sind stets jünger

Dass sie mit Abstand die Älteste in ihrer Klasse war, habe ihr nichts ausgemacht. Auch nicht die Tatsache, dass alle ihre Praxisanleiterinnen deutlich jünger waren als sie. „Sie sind alle schon länger vom Fach. Da lasse ich mir gerne etwas sagen.“

Noch ein paar Tage, dann ist Mills Ausbildung beendet – zeitgleich mit dem Bachelor-Abschluss ihrer Tochter. Ihren Arbeitsplatz hat sie schon sicher „Ich bleibe in der Kita Goldberg.“ Die mittlerweile 54-Jährige ist überzeugt davon, nun ihren Traumberuf gefunden zu haben. „Es macht unheimlich Spaß zu sehen, wie sich die Kinder entwickeln. Da geht es voran.“

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