Hassan Bahar (links) und Sara Adimi informierten sich in Sindelfingen, hier mit Patrick Bühler, Dolmetscher Dietrich Jung und Foto: Stadt

Die Stadt unterstützt Kommunen im Maghreb mit Hilfe bei der Stadtplanung und Praktika.

Sindelfingen - Am Mittwoch war Martin Horn vom Internationalen Büro der Stadt Sindelfingen gemeinsam mit der Grünen-Stadträtin Sabine Kober in Düsseldorf bei einer Sitzung des Ausschusses für kommunale Entwicklungsarbeit des Kongresses der Gemeinden und Regionen des Europarats. Die 636 Mitglieder des Gremiums vertreten 200 000 Kreise, Städte und Regionen aus mehr als 40 Ländern. Der Chef der 18-köpfigen deutschen Delegation ist der Sindelfinger Oberbürgermeister Bernd Vöhringer. Themen wie die Flüchtlingskrise und ihre Auswirkungen auf kommunaler Ebene werden beispielsweise im Gremium diskutiert. Auch konkrete Hilfsprojekte entstehen dabei. So unterstützte die Stadt Sindelfingen im vergangenen Jahr die griechische Insel Samos mit Decken- und Geldspenden bei der Bewältigung des Flüchtlingsansturms auf die kleine Insel.

In Algerien sind die Folgen der Landflucht dramatisch

Engagiert ist die Stadt auch noch in anderen Projekten – so beim Kommunalen Wissenstransfer Maghreb–Deutschland des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit. Sindelfingen leistet dabei der algerischen Stadt Annaba Unterstützung. Die Kommune mit 250 000 Einwohnern rechnet wegen der Landflucht in den kommenden Jahren mit einer Verdoppelung ihrer Einwohnerzahl und plant deshalb ein neues Wohngebiet mit 55 000 Wohnungen für 270 000 Menschen.

Zwei Mitarbeiter des Sindelfinger Bauamts – Lisa Streckert und Patrick Bühler – werden im Dezember für einige Tage nach Algerien fliegen und die Stadtplaner beraten, wie sie moderne Planungstools wie das Geo-Informations-System für die Bauleitplanung nutzen können. Auch ein Gegenbesuch der algerischen Kollegen ist für das kommende Jahr geplant.

Bereits im vergangenen Jahr gab es algerische Praktikanten im Sindelfinger Rathaus. Hassan Bahar, ein Mitarbeiter des Umweltministeriums, informierte sich im Klärwerk über moderne Klärmethoden. Denn in Algerien gibt es Probleme mit der Entsorgung des Klärschlamms. Sara Adimi, eine Stadtplanerin, die am neuen modernen Flughafen von Algier mitplant, ließ sich von Bühler ins Geo-Informations-System einweisen.

„Der Stadt entstehen durch dieses Engagement keinerlei Kosten. Diese tragen das Ministerium und Entwicklungshilfeorganisationen. Wir stellen nur unser Wissen zur Verfügung “, so Martin Horn.

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