Mit der am Donnerstag vorgestellten Vereinbarung "Sindelfingen 2020" wird trotz der Verlagerung der C- Klasse-Produktion auf betriebsbedingte Kündigungen bis Ende 2019 verzichtet.

Sindelfingen - Vorstand und Betriebsrat des Autobauers Daimler haben sich auf ein Zukunftskonzept für den größten Pkw- Standort im Konzern geeinigt. Mit der am Donnerstag vorgestellten Vereinbarung "Sindelfingen 2020" wird trotz der Verlagerung der C-Klasse-Produktion auf betriebsbedingte Kündigungen bis Ende 2019 verzichtet. Rund 2700 Arbeitsplätze sollen durch neue Tätigkeiten wie die interne Fertigung von Werkzeugen sowie von Sitzen - für alle in Sindelfingen gebauten Fahrzeuge - geschaffen werden, um die Produktionsverlagerung der kleinen Mercedes-Benz-Limousine nach Bremen und ins US-Werk Tuscaloosa auszugleichen.

Zusätzliche Montage-Umfänge beim Einbau von Hybridantrieben oder dem Aufbau von Erprobungsfahrzeugen gelten nach der Vereinbarung als weitere Maßnahmen für Ersatzbeschäftigung. Der Standort Sindelfingen soll außerdem zum Kompetenzzentrum für Leichtbau-Karosserieteile aufgebaut werden. Über Abfindungsregelungen und bessere Bedingungen für Frühpensionierungen will der Stuttgarter Premiumhersteller außerdem seinen Personalbestand im Griff behalten. Rund 37.000 Beschäftigte gibt es am Standort, für alle gilt die Beschäftigungssicherung.

"Wir sind froh, dass wir trotz der aus unserer Sicht falschen Entscheidung des Vorstands die Arbeitsplätze in Sindelfingen über einen so langen Zeitraum sichern konnten", sagte Gesamtbetriebsratschef Erich Klemm nach einer Betriebsversammlung. Daimler-Chef Dieter Zetsche verteidigte erneut die Neuausrichtung der meistverkauften Baureihe C-Klasse vom Jahr 2014 an als wichtige strategische Weiche im Kampf um Marktanteile. Diese Entscheidung sowie das neue Werk für Kompaktfahrzeuge in Ungarn seien "das beste Mittel, um nachhaltig Arbeitsplätze am Standort Deutschland zu sichern."

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