Carina, Juliette und Alice üben die Einrad-Dinosaurier-Nummer. Foto: Barnerßoi

Die Artisten der „Circus Schule Circuli“ hüpfen dieses Jahr mit einer Zeitmaschine durch die Epochen.

Sillenbuch - Juliette ist ein Dino-Baby. Die Knie an die Ohren gezogen, sitzt sie eingerollt auf dem Turnkasten in der Sporthalle der Deutsch-Französischen Grundschule in Sillenbuch. Dort trainiert gerade eine Gruppe der „Circus Schule Circuli“ für ihre Aufführungen am 13. und 14. Juli. Wenn der Zirkus vor Publikum auftritt, wird Juliette in einem großen Ei aus Gips sitzen. Das und ihr Dino-Kostüm mit den grünen Zacken muss sich die Drittklässlerin im Moment noch vorstellen. Um sie drehen Carina und Alice Runden auf dem Einrad. Sie sind die Dino-Eltern. Dann ist es so weit: Juliette schlüpft aus dem imaginären Ei, schwingt sich auf ihr Einrad und fährt mit ihren Dino-Eltern durch die improvisierte Manege.

Zeitreise lautet der Titel der diesjährigen Aufführungen des Schulzirkus. Die kleinen Artisten, die längst nicht mehr nur aktuelle, sondern auch ehemalige Schüler der Grundschule an der Silberwaldstraße sind, reisen mit einer Zeitmaschine durch die Epochen. Sie sind in der Steinzeit, dem Mittelalter, der Gegenwart und werfen einen Blick in die Zukunft. Jedes Zeitalter stellen sie mit Mitteln des Zirkus’ dar: Sie jonglieren, fahren Einrad, baumeln am Trapez oder schlüpfen in Clownkostüme.

Auch bei den Übungen am Trampolin geht es an diesem Probennachmittag heiß her. Ein Kind nach dem anderen nimmt Anlauf, springt auf das Turngerät und dreht sich in der Luft um die eigene Achse. Wenn die kleinen Artisten aufkommen, bleiben sie in einer coolen Pose stehen. Sie sind nämlich Hip-Hopper in der Gegenwart.

Ideen werden selbst kreiert

Seit 2005 gibt es die „Circus Schule Circuli“ (siehe Kasten) als festes Angebot an der Grundschule. Rund 130 Kinder machen mit. Jeden Mittwoch und Freitag üben Zirkuslehrer in fünf Gruppen mit den Kindern. Die Ideen für die Aufführung kreieren sie selbst, wie der Zirkusdirektor Karl-Heinz Ramminger erzählt. Dieses Konzept gefällt der Schulleiterin Damaris Scholler. „Ich finde es sehr gut, dass die Kinder keine fertigen Rollen nachspielen“, sagt sie.

Neben der Schule und den Zirkuslehrern sind auch die Eltern wichtig für das Gelingen des Zirkusprojekts. Eine Elterngruppe übernimmt die gesamte Organisation im Hintergrund. Vor den Auftritten haben sie besonders viel zu tun. Für die Vorführungen in diesem Jahr, von denen im Übrigen keine der anderen gleicht, müssen sie 250 Kostüme organisieren oder nähen. Darunter ist auch Juliettes Zacken-Kostüm. Und natürlich das riesige Dino-Ei.

Idee
Der Circus Circuli ist ein Mitmachzirkus für Kinder und Jugendliche. Er soll ihre Kreativität anregen, sie in Bewegung bringen und ihre sozialen Kompetenzen fördern. Träger des Zirkusses ist die Stuttgarter Jugendhaus gGmbH.

Angebot
Es gibt Zirkuswochen. Der Circus Circuli gastiert dann eine Woche lang in Schulen, Jugendhäusern oder Kindergärten. Fünf Tage trainieren die Kinder mit den Zirkuspädagogen, am sechsten Tag zeigen sie das Gelernte in einer Vorstellung. Zudem gibt es Ferienprogramme an verschiedenen Standorten. Die Kinder werden von 9 bis 16 Uhr betreut.

Schulen
An vier „Circus Schulen Circuli“ in Stuttgart können die Kinder das ganze Jahr über in die Zirkuswelt eintauchen. Das sind die Deutsch-Französische Grundschule in Sillenbuch, die Pragschule in Stuttgart-Nord, die Römerschule in Stuttgart-Süd und die freie Artistenschule im Kindertreff Botnang.

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