Stadtrat Dieter Wahl hat die Suppenköche einst mit ins Leben gerufen. Im Mai 2012 ist er gestorben – doch die jährliche Spendenaktion lebt fort. Foto: Alexandra Kratz

Beim Martinimarkt waren auch die Suppenköche aktiv. Der Erlös geht an das Haus Sankt Martin.

Stuttgart-Sillenbuch - Florian Wahl möchte das fortführen, was sein Vater einst begonnen hat. Darum stand er am Sonntag beim Sillenbucher Martinimarkt auf der Kirchheimer Straße, schöpfte Suppe, spülte Tassen und wechselte ein paar nette Worte mit den Besuchern des Festes. Doch freilich war Florian Wahl nicht allein. Das Team der Suppenköche hat rund 20 Ehrenamtliche, die sich jedes Jahr aufs Neue zusammenfinden, um für den guten Zweck Geld zu sammeln.

Der im Mai dieses Jahres verstorbene CDU-Stadtrat Dieter Wahl hatte die Suppenköche vor 15 Jahren mit ins Leben gerufen. „Die Idee kam bei einer Reise nach Berlin auf. Da fasste mein Vater mit ein paar anderen den Entschluss, sich ehrenamtlich zu engagieren“, erinnert sich der Sohn Florian Wahl. Dieter Wahl habe sich dabei nie als Chef oder Hauptorganisator verstanden, obgleich im Hintergrund bei ihm die Fäden zusammenliefen. „Für meinen Vater war es auch nie eine CDU-Veranstaltung. Es ging immer um die gute Sache. Bei uns haben auch Politiker anderer Parteien mitgeholfen“, sagt Florian Wahl.

Das Geld geht diesmal an das Haus Sankt Martin in Degerloch

Der Erlös der Aktion wird wie jedes Jahr gespendet. Diesmal geht das Geld an das Haus Sankt Martin in Degerloch. Dort war Dieter Wahl vor einem halben Jahr gestorben. Das Haus wird von der Katholischen Hospizstiftung Stuttgart betrieben. Es ist ein stationäres Hospiz, das aber auch eine ambulante Sterbebegleitung ermöglicht und Trauerbegleitung anbietet.

„Wir waren uns alle einig, dass der Erlös diesmal an das Haus Sankt Martin gehen soll“, sagt Florian Wahl. Sicher sei aber auch, dass im nächsten Jahr wieder eine andere soziale Einrichtung von der Aktion profitieren werde. So sei es von seinem Vater einst erdacht worden, und so solle es auch bleiben. In der Regel kommen bei der Aktion – je nach Wind und Wetter – zwischen 1000 und 2000 Euro zusammen. Nur einmal sei es weniger gewesen, erinnert sich Florian Wahl. „Aber da war über Nacht die Suppe sauer geworden“, fügt er hinzu.

Doch diesmal schmeckte der Kartoffeleintopf wieder. Die Biertischgarnituren neben der Theke waren schnell gefüllt, und die Besucher des Martinimarkts nutzen die Gelegenheit, um sich zu stärken und aufzuwärmen. Denn schließlich gab es auf dem Straßenfest wieder einiges zu sehen und zu erleben. Die Veranstaltung wird traditionell von der Sillenbucher Meile, einem Zusammenschluss örtlicher Geschäfte, organisiert. Rund 30 Läden hatten geöffnet, in vielen gab es anlässlich des Martinimarkts Sonderangebote. Zudem waren verschiedene Infostände aufgebaut. Am Nachmittag schaute Sankt Martin hoch zu Ross auf der Veranstaltung vorbei und erzählte den Kindern seine Geschichte.

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