Auf dem mit Bäumen bewachsenen Areal an der Stuttgarter Straße und Karlstraße soll ein großer Neubau entstehen. Foto: Simon Granville

Die Städtische Wohnbau in Kornwestheim (Kreis Ludwigsburg) treibt mehrere Vorhaben voran. Der Geschäftsführer erklärt, wie auch für Mieter günstiger Wohnraum geschaffen wird.

Bis zu 80 neue Eigentumswohnungen in zentraler Lage: In Kornwestheim soll unter dem Namen „Sigle-Areal“ ein großes Bauprojekt umgesetzt werden. Geplant ist es auf einer mit alten Bäumen bewachsenen Fläche, die an Karl-, Weimar- und Stuttgarter Straße angrenzt. In den kommenden Jahren möchte die Städtische Wohnbau auch an anderen Stellen in der Stadt zusätzlichen Wohnraum schaffen.

 

380 bis 400 neue Wohneinheiten sollen insgesamt bis 2030 in der Salamanderstadt realisiert werden. Vom ambitioniertesten Vorhaben der Städtischen Wohnbau seit ihrer Gründung im Jahr 1990 spricht Kornwestheims Oberbürgermeister Nico Lauxmann. Neun Projekte treibt die Wohnbau voran. Mehrere davon werden schon umgesetzt, andere befinden noch am Anfang der Planungen.

Preise liegen unter dem örtlichen Mietspiegel

Das parkähnliche Areal an der Stuttgarter Straße, benannt nach der ehemaligen Villa Sigle, ist das neueste Bauprojekt auf der Liste. Bald soll dafür ein Ideenwettbewerb ausgerufen werden. Der Siegerentwurf soll ab etwa Herbst 2027 umgesetzt werden. Mit der Fertigstellung des Gebäudekomplexes wird für Ende 2028 gerechnet. Die 70 bis 80 Eigentumswohnungen können voraussichtlich vom Frühjahr 2027 an vermarktet werden.

Wie Derya Kilinc, der Geschäftsführer der Städtischen Wohnbau, erläutert, laufen bereits jetzt zudem mehrere Projekte, bei denen zusätzliche Mietwohnungen gebaut werden. Bis zum kommenden Sommer sollen die 43 Ein- bis Vierzimmerwohnungen in dem Neubau an der Poststraße bezugsfertig werden. In der Columbusstraße in Pattonville entwickelt die Wohnbau parallel dazu acht Wohneinheiten durch eine Dachaufstockung. Auf diese Weise sollen in der Gnadentalstraße im Südosten der Stadt vier bis sechs weitere Wohnungen entstehen. In der Güterbahnstraße hat die Stadt ein Grundstück für einen Neubau erworben. Dort sind sechs bis acht Wohneinheiten und eine Gastronomie vorgesehen.

Um Mietern bezahlbare Wohnungen anzubieten, setzt die Städtische Wohnbau auch künftig auf das „Kornwestheimer Modell“. Das heißt, dass die Mieten in ihren Immobilien mindestens 10 Prozent unter dem Mietspiegel liegen, erklärt Kilinc. Zum Teil würden weitere 10 bis 20 Prozent Nachlass gewährt. „In dem Neubau in der Poststraße werden zum Beispiel 40 Prozent der Wohnungen sozial gefördert“, sagt er.

Nachfrage nach Sozialwohnungen ist viel größer als das Angebot

Die Nachfrage nach den günstigeren Mieten ist groß. Rund 600 Interessente stehen aktuell auf der Warteliste der Städtischen Wohnbau. „Es gibt einen hohen Bedarf an bezahlbarem Wohnraum in der Stadt“, sagt Kilinc. Dennoch müsse die Wohnbau wirtschaftlich unabhängig bleiben. Erst vor zwei Jahren hatte die Stadt ihre hundertprozentige Tochter mit 5 Millionen Euro gestärkt. Angesichts der Finanzlage Kornwestheims könne sich die Stadt keine weiteren solcher Finanzspritzen leisten, stellte OB Lauxmann klar.

Daher müsse die Wohnbau auch Projekte umsetzen, mit denen Geld zu verdienen ist. In der Pflugfelder Straße sollen neun Reihenhäuser für junge Familien gebaut und veräußert werden. Und nicht nur auf dem Sigle-Areal sollen Eigentumswohnungen zum Kauf angeboten werden. Auch in der Bahnhofstraße sind etwa 30 neue Wohnungen geplant. In der Zügelstraße soll ein Mischprojekt mit etwa 40 bis 80 Eigentumswohnungen und rund 30 Mietwohnungen umgesetzt werden. In der Jakobstraße kommen in einem neu zu errichtenden Gebäudekomplex 25 bis 30 seniorengerechte Wohneinheiten und einer ambulanten Pflege hinzu.